Der Geschichtenanfang der Woche: Sandra hat einen neuen Freund.

Sandra fühlte sich einfach nicht wohl: Sie war fremd in der Stadt, sie kannte nur wenige der Kinder, und richtige Freunde hatte sie schon gar nicht. Und nun musste sie auch noch durch die Eingangstür der Schule, wo sich bereits ein Pulk an Mädchen um die coole Anführerin geschart hatte und sie misstrauisch beäugte. Sandra nahm all ihren Mut zusammen, straffte die Schultern und sagte: „Morgen. Sagt Hallo zu meinem neuen Freund!“ Die anderen Schülerinnen sahen sie nur fragend an, blickten an ihr vorbei und suchten die nähere Umgebung ab. „Hä? Wer?“, fragte schließlich eine.

Was denkt Ihr – wer könnte der neue Freund von Sandra sein?

Hört den Geschichten-Anfang der Woche auch auf itunes:

https://itunes.apple.com/de/podcast/der-geschichten-anfang-der-woche/id1291387251?mt=2

… oder bei soundcloud.

Foto: CCO, © Tom Barrett / unsplash

Geschichten, die man vielleicht vergisst. Oder auch nicht.

„Eine unvergessliche Geschichte!“ Was den allermeisten als Zeichen der Begeisterung ganz leicht über die Lippen kommt, führt bei Angehörigen von Demenzkranken eher zu einem Kloß im Hals. Denn sie wissen: Vieles von dem, was sie sagen und erzählen, ist bei den Erkrankten nur zu schnell wieder im Strudel des Vergessens verloren.

Petra vom Geschichten-Planet hat mehrere Bücher zu dem Thema verfasst, und alle enthalten Vorlesegeschichten, die den Anforderungen von Demenzkranken gerecht werden. Sie sind nicht länger als 5 Minuten, ihr Inhalt ist leicht begreifbar, und sie sind so strukturiert, dass sie den Vorlesern einen Zugang zu den Erkrankten ermöglichen bzw. verbessern können.

Weil Geschichtenerzählen und -vorlesen gerade zur Weihnachtszeit eine besonders schöne Tradition ist, die Erinnerungen wach werden lässt, gibt es auch einen Band speziell zur Weihnachtszeit.

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Foto CC0, © stevepb / pixabay

Dann heul doch!

Wenn Geschichten zu Tränen rühren – warum denen dann nicht freien Lauf lassen? Das ist unsere Meinung. Denn wenn eine erfundene Geschichten mal so richtig traurige Passagen hat, dann muss das auch irgendwie gezeigt werden. Beim Geschichtenerzählen sollte es also sein wie bei einem ergreifenden Kinofilm: Taschentücher raus und einfach mitleiden. Das gilt übrigens für Erzähler, Erzählerinnen und auch für die Zuhörenden.

Klar sollte eine erfundene Geschichte für Kinder dann am Ende gut ausgehen. Oder zumindest Zuversicht vermitteln. Aber nicht jede Geschichte muss immer ein Schenkelklopfer sein. Oder ein superspannendes Megaabenteuer. Auch traurige Geschichten müssen manchmal erzählt werden. Wenn Geschichtenerzähler und Zuhörende übrigens bei Geschichten weinen, hat das durchaus eine entlastende Komponente. Weinen zuzulassen ist nämlich ein echter Trost.

Natürlich müssen erwachsene Erzähler und Erzählerinnen ein Auge darauf haben, ob ihre jungen Zuhörenden während oder nach einer traurigen Geschichte noch Unterstützung brauchen, um sich wieder zu regulieren. Kuscheln hilft hier auf alle Fälle. Traut euch also ruhig auch mal an eine traurige Geschichte heran.

Foto: CC0, © Aliyah Jamous / unsplash

„Küsschen? Bäh!“

Petra stellt den Titel „Küsschen? Bäh!“ von Barbara Rose, illustriert von Volker Fredrich, erschienen bei Tulipan, vor:

Kinder mögen es gar nicht, wenn sie ungefragt abgeknutscht werden. Verständlich und absolut berechtigt, denn das ist einfach übergriffig! Zu diesem Thema gibt es einige Bücher. Das ist also nicht neu. Dennoch ist das Bilderbuch „Küsschen? Bäh!“ außergewöhnlich!

Die Autorin Barbara Rose hat ihre Geschichte mit Wortwitz, ungewöhnlichen Wendungen und originellen Figuren gestrickt. Und mit denen und ihrer Kusswut muss sich der kleine Leo auseinandersetzen. Da ist Tante Lissi, die irgendwie genau so riecht, wie ihr Pudel. Oder Onkel Fred, der im Gesicht Stachelhaare wie ein Igel hat.
„Feines Küsschen“, ruft Onkel Fred und lacht.
„Bäh“, sagt Leo.

Oder Oma Else, die immer so komisch spricht, wenn sie ihr Gebiss aus dem Mund genommen hat. Und alle wollen Leo küssen. Da bleibt ihm nichts übrig, als sich in seinem Zimmer zu verschanzen. Doch dann hat er eine Idee. Mit einer urkomischen List schafft er es, die Situation aus eigener Kraft zu lösen. Ein echter Held also, dieser Leo, der Küsschen echt „Bäh!“ findet!

Die detailreichen und originellen Illustrationen komplettieren die Geschichte. Sie sind zum Teil als Collage gestaltet und lassen auf jeder Seite die Geschichte in besonderer Weise lebendig werden.

Fazit: Ein Bilderbuch, das ein kindrelevantes, ernstes Thema hervorragend und witzig behandelt. Sehr empfehlenswert!

Barbara Rose: Küsschen? Bäh!, Tulipan 2018, 15,- EUR
Foto: CC0, © suju / pixabay
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag Tulipan zur Verfügung gestellt.

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Unser Buch bei „family snap“

Wir haben Euch das Mama-Blog „family snap“ ja schon einmal empfohlen – und wir freuen uns, dass Yvonne unser Buch „Lasst uns eine Geschichte erfinden“ gelesen und rezensiert hat!

Wenn Ihr also wissen wollt, was eine Mama, die mit beiden Beinen (und beiden Kindern) im Leben steht, von unserem Buch hält, folgt Ihr einfach dem Link:
https://www.familysnap.de/geschichten-erzaehlen-mit-kindern-ueber-familienzeit-und-heldenabenteuer/

(Spoiler: Ihr gefällt’s …)

 

Foto: Annie Spratt / unsplash

Der geheimnisvolle Diebstahl

Petra stellt den Titel „Der geheimnisvolle Diebstahl“ von Silvia Möller, illustriert von Manfred Tophoven, erschienen beim Kaufmann Verlag, vor.

Erst einmal vorweg: Das Konzept des Buches hat uns neugierig gemacht. Denn hier handelt es sich um einen Kinderkrimi, der aus der Reihe tanzt. Krimis für Kinder gibt es ja jede Menge. Das Thema dieses Buches ist hingegen ganz speziell: Es handelt sich um einen Erstkommunion-Krimi. Und genau deshalb dreht sich die Geschichte auch um vier Kinder, die kurz vor ihrer Erstkommunion stehen.

Florian, Lena, Hannes und Chris sind unzertrennlich. Sie verbindet nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch eine Leidenschaft für Fußball und ihre bevorstehende Erstkommunion. Während der Vorbereitung darauf passiert es dann: Ein sehr wertvolles Buch – ein Evangeliar – wird aus der Kirche gestohlen. Die Freude beschließen, den Dieb zu finden. Dabei wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt, und die vier erleben echt spannende Situationen, in denen Scharfsinn und Mut gefragt sind. Wir wollen nicht zu viel verraten. Aber klar ist natürlich, dass der Diebstahl am Ende aufgeklärt wird!

Was übrigens immer als Nebenstrang mitläuft, ist die Erstkommunion-Vorbereitung der Kinder. Deshalb ist es nur konsequent, dass die Geschichte mit dem großen Tag, der Erstkommunion der Freunde, endet. So ist das Buch eine wirklich originelle Geschenkidee für alle Kommunionkinder. Und das ist echt einmalig!

Silvia Möller: Der geheimnisvolle Diebstahl. Kaufmann Verlag 2018, 12,95 EUR
Foto: CC0, © Martin Sattler / unsplash
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Kaufmann Verlag zur Verfügung gestellt.
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Fernsehen statt Buch – die Lebenswirklichkeit von Kleinkindern?

„Nichts ist beständiger als der Wandel.“ – Da hatte der Philosoph Heraklit von Ephesus, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, sicherlich recht. Doch manchmal möchte ich den Wandel gerne mit bloßen Händen unter Aufbringung all meiner Kräfte aufhalten. Beispielsweise, wenn ich mir die aktuelle miniKIM Studie (Kleinkinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ansehe. Zusammenfassend liest man dort:

„Medien spielen im Alltag von Kindern eine große Rolle, auch Mädchen und Jungen im Vorschulalter wachsen keineswegs medienfern auf. Bei der Mediennutzung von Zwei- bis Fünfjährigen spielen besonders das Fernsehen und (Bilder-)Bücher eine zentrale Rolle. Fast die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe (44 %) sieht jeden oder fast jeden Tag fern, 43 Prozent beschäftigen sich (fast) täglich mit einem Buch. Im Altersverlauf zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Präferenzen: Während für die Mehrheit der Zwei- bis Dreijährigen Bücher unverzichtbar sind, ist für die Vier- und Fünfjährigen das Fernsehen das wichtigste Medium.“ (http://www.mpfs.de/studien/minikim-studie/2014)

Gut, gegen die „Sendung mit der Maus“ oder das „Sandmännchen“ ist sicherlich grundsätzlich nicht einzuwenden. Aber auch nicht dagegen, jeden Tag ein Buch in den Hand zu nehmen, vorgelesen zu bekommen, selbst darin zu blättern. Täglich. Mindestens einmal. Ohne konservativ erscheinen zu wollen: Wäre das nicht etwas Gutes, das bewahrt werden sollte?

Bild: © mojzagrebinfo / pixabay.de

So wird 2018 – ein Beitrag in eigener Sache

Liebe Freunde von Geschichten-Planet.de!

Das Jahr ist jung, und wie so viele (Ihr vielleicht auch) haben wir uns Gedanken gemacht, was wir in diesem Jahr so verbessern, an Neuem ausprobieren, anders machen oder genauso fortführen wollen. Und genau aus diesem Grund schreiben wir Euch …

Wie Ihr wisst, gibt es von uns ein Blog, eine Facebook-Seite, einen Twitter-Account, eine Instagram-Seite – und auf WhatsApp findet Ihr uns genauso wie auf soundcloud und itunes. Ja, auch auf Amazon sind wir vertreten, und zwar mit Buchrezensionen sowie als Autoren unserer eigenen Bücher. Und natürlich wollen wir Euch auf jeder Plattform möglichst etwas anderes bieten! Also haben wir uns dazu entschlossen, die Inhalte von Geschichten-Planet.de etwas anders zu strukturieren. Ab sofort versorgen wir alle, die gerne eine gute Geschichte hören, ihre Phantasie beflügeln lassen wollen oder wissen möchten, was es Neues zu lesen gibt, wie folgt:

Unser Blog (geschichten-planet.de)

Hier schreiben wir über Bücher (Spiele / Filme …), die uns gefallen, stellen unsere eigenen Werke vor und geben pädagogische Tipps fürs (Vor-)Lesen, Erzählen und Geschichtenerfinden.

Unsere Facebook-Seite (https://www.facebook.com/Geschichtenplanet.de/)

Sie ist gewissermaßen unsere Info-Zentrale: Alles, was es auf den anderen Kanälen Neues gibt, erfahrt Ihr auch hier. Außerdem teilen wir, was uns gefällt oder wir empfehlen. Und wir diskutieren gerne mit der Community über unsere Lieblingsthemen Bücher, Geschichten und Erzählkultur.

Unsere Instagram-Seite (https://www.instagram.com/geschichten_planet/)

Nach dem Erfolg unserer kleinen Reihe #hierfehlteinbuch (die wir gerne fortführen) gibt es hier schon bald einen zweiten hashtag: #superkurzgeschichte. Lasst Euch überraschen, aber soviel sei verraten: Hier ist Eure Mitwirkung gefragt!

Auch werden wir in 2018 sicher mit den Instagram Stories experimentieren …

Unser Twitter-Account (https://twitter.com/GeschPlanet)

Twitter ist Text – finden wir zumindest. Darum werden wir hier in Zukunft keine Links und Bilder mehr posten, sondern kurze Lieblings-Textpassagen aus den Büchern, die wir gerade lesen (und rezensieren). Das wird’s auch nur auf Twitter geben.

itunes (https://apple.co/2DuDsTS) und soundcloud (http://bit.ly/2DQZbTU)

Auch 2018 setzen wir unseren „Geschichten-Anfang der Woche fort“ – das macht uns schließlich richtig Spaß …

Newsletter

Auf WhatsApp könnt Ihr unseren Newsletter bereits abonnieren (Anleitung auf unserem Blog, Startseite ganz unten); Wir werden schon bald auch eine E-Mail Variante anbieten. Damit möchten wir Euch sonntags einen kleinen Wochenrückblick über die Geschehnisse auf Geschichten-Planet geben.

So sieht sie also aus, unsere Erledigungs-Liste für 2018 : Wir hoffen, Ihr begleitet uns auch in diesem Jahr und freuen uns auf Euer Feedback!

Liebe Grüße

Petra und Michael von Geschichten-Planet.de

Foto © LUM3N / pixabay

Die richtige Balance zwischen Reden und Schweigen finden

Klar, über ein Erlebnis, eine gehörte Geschichte oder einen Film, den man gemeinsam gesehen hat, will man reden. Das geht uns wohl allen so: Erwachsenen wie Kindern. Wir erzählen uns gegenseitig, wie unser Tag war. Wir sprechen darüber, was der kleine Hase in dem Buch so alles erlebt hat. Wir reden noch monatelang über den gemeinsamen Ausflug am Wochenende.

Doch manchmal braucht es auch das gemeinsame Schweigen. Die Stille, in der jeder seinen Gedanken nachhängen kann. In der Kinder oder Erwachsene das Gehörte oder die eigenen Gedanken sortieren können. Eine indianische Weisheit sagt: „Achte auf die Stille und bewahre sie, denn sie birgt alle Träume des Menschen.“

In diesem Sinne wünschen wir Euch viele gute Gespräche und viel Zeit, um – miteinander oder jeder für sich – die Stille zuzulassen und zu genießen.

Bild © Kate Williams / Unsplash

Wer (zu-) hören will, muss fühlen

Wenn eine Geschichte so richtig mitreißt, knabbern Kinder vor Aufregung an ihren Fingerknöcheln, schlagen sich erschrocken die Hand vor den Mund oder rutschen in Erwartung darauf, was als nächstes passiert, hibbelig hin und her. Das alles passiert, weil die Kinder dann mitfühlen. Das, was sie hören, zaubert nicht nur Bilder in ihren Kopf. Es löst auch Emotionen aus.

Eine richtig gute Geschichte braucht also nicht nur gute Beschreibungen, interessante Schauplätze und greifbare Figuren, die man sich gut vorstellen kann. Sie braucht vor allem auch Momente, die „mitnehmen“. Gerade starke Gefühle, wie Angst, Begeisterung, Stolz, Schrecken oder Aufregung werden von Kindern – aber auch von erwachsenen Geschichtenhörern – während einer Geschichte richtiggehend durchlebt.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass Geschichten langsam erzählt werden. So können Gefühle erst entstehen und sich dann ausbreiten. Außerdem ist es natürlich von großer Bedeutung, dass Geschichten für Kinder gut ausgehen. Denn das Gefühlskarussell muss am Ende ja auch wieder zum Stillstand kommen. Wann hat Euch eine Geschichte einmal so richtig gepackt?

Bild © pic-tours / fotolia