Der Geschichtenanfang der Woche: Paulina reist … in ihre Phantasie

Paulina war enttäuscht: Zu gerne wäre sie heute mit ihren Eltern in den Freizeitpark gefahren. Aber das Wetter war einfach zu schlecht für einen solchen Ausflug. Das sah Paulina auch ein – und trotzdem war sie ganz schön schlecht gelaunt. „Na, wenn wir nicht wegfahren können, dann mach doch einfach eine Reise in deine Phantasie!“, schlug ihr Vater vor.
„Wohin?“, fragte Paulina und sah ihn mit großen Augen an. „Und überhaupt – wie soll das gehen?“

Was denkt Ihr – gelingt Paulina die Reise in ihre Phantasie? Und was könnte sie da Freizeitpark-mäßig so erleben?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Florian ist nass

Platsch! Das war ja irgendwie klar. Von oben bis unten war Florian nass, und er hatte es kommen gesehen. Ein ganz unangenehmes Gefühl war das, als das Wasser seine Kleidung durchdrang und der Stoff an der Haut klebte. Noch schlimmer war, dass es jetzt einfach zu kalt für solche Späße war – und am allerschlimmsten, dass seine Mama ihn genau davor gewarnt hatte. Aber es half nichts: Er musste so schnell wie möglich nach Hause und seiner Mutter beichten, was passiert war.

Was denkt Ihr – was hat Florian wohl angestellt?

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Von Frauenrollen und Mannsbildern

100 Jahre Frauenwahlrecht: Für Viele ein guter Grund, einen Blick auf die Situation der Frauen in unserer (und anderen) Gesellschaften zu werfen. Und sich die Frage zu stellen: Klappt das mit der Gleichberechtigung? Und wenn nicht – warum nicht?

Nun ist der Geschichten-Planet nicht unbedingt der Platz für große gesellschaftliche Diskussionen – aber wir wissen natürlich auch um die Auswirkungen, die Geschichtenerzählen auf die Phantasie, die Entwicklung und Persönlichkeit haben kann.

Ich glaube: Auch mit der Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden, kann man schon früh Verhaltensmuster etablieren. Muss denn immer der tatenkräftige Prinz die heiratswütige Prinzessin retten? Und wo bleibt Feuerwehrfrau Samantha? Durch die Besetzung bekommt eine Geschichte eben immer auch eine Aussage, wer welche Rolle spielt – und wie gut er oder sie diese ausfüllt.

Damit wir uns richtig verstehen: Mir kommt es nicht auf einen kompletten Rollentausch an, sondern auf eine gleichberechtigte Ausgangsbasis. Es geht nicht darum, dass die Mädchen in Geschichten plötzlich männliche Stereotype erfüllen müssen – und umgekehrt. Es kommt einfach darauf, dass alle mal dran sind: beim Abenteuer erleben, beim schlau sein oder auch beim passiv bleiben.

Wichtig ist, individuell auf die Zuhörer einzugehen: Wenn ein Mädchen gerade auf dem Prinzessinnen-Trip ist, möchte es keine Geschichte von einer Automechanikerin hören. Aber sicher eine von einer starken, vorbildhaften Königstochter. Und wenn ein Junge gerade Puppen spannender als Autos findet, bekommt er keinen Zugang zu einer Rennfahrer-Geschichte, hat aber vielleicht Lust auf eine Erzählung, in der Puppen die Hauptrolle spielen.

Und nächste Woche ist die kindliche Erlebniswelt ohnehin ein ganz andere.

Geschichten sind Vorbereitungen fürs Leben. Und je mehr Möglichkeiten Sie Ihren Kindern in Geschichten aufzeigen, umso mehr Chancen werden sie für ihr eigenes erfülltes Leben ohne Geschlechter-Klischees finden.

Foto: CCO, © Sandy Millar / unsplash

Nur Mut, kleiner Drache!

Petra stellt den Titel „Nur Mut, kleiner Drache!“ von Kristin Lückel, illustriert von Regine Altegoer, erschienen beim Kaufmann Verlag, vor:

Angst zu haben ist ja keine Schande. Aber ein Drache und Angst? Das geht natürlich gar nicht. Denn: Drachen haben keine Angst – absolut niemals nicht!
Anders ist das allerdings beim Drachenjungen Hugo. Der hat vor allem Angst: Vor Gewittern, vor Wasser, vorm Fliegen und – ja, sogar vor Feuer. Darum lassen es sich seine großen Brüder auch nicht nehmen, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit über Hugo lustig zu machen. Und das wiederum macht den kleinen Drachen verständlicherweise echt traurig.
Doch dann lernt Hugo die Fledermaus Freddy kennen – und zeigt zum ersten Mal, dass er richtig mutig sein kann, wenn es darauf ankommt. Freddy entpuppt sich als guter Ratgeber, der Hugo klar macht:
„Angst zu haben ist völlig normal. (…) Jeder fühlt sie manchmal.“
So schafft der Drache Hugo es schließlich, sich seinen Ängsten zu stellen und wird am Ende mit Freddy Fledermaus als neuen Freund belohnt.

Der Autorin Kristin Lückel ist eine Geschichte über das Thema Angst gelungen, das ohne pädagogischen Zeigefinger auskommt und ganz und gar und sehr glaubwürdig die Perspektive des kleinen Drachenjungen einnimmt. Und der besondere Bonus: Die Illustrationen von Regine Altegoer sind weich, facettenreich und witzig.

Deshalb unser Fazit: „Nur Mut, kleiner Drache!“ ist ein Bilderbuch, das man gern ein die Hand nimmt.

Kristin Lückel: Nur Mut, kleiner Drache!. Kaufmann Verlag 2017, 12,95 EUR

Foto: CC0, © Buddy_Nath / pixabay
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Kaufmann Verlag zur Verfügung gestellt. Werbung: Klick aufs Artikelbild öffnet provisionierten Partnerlink zu Amazon.

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Ausreichend Zeit, ohne ständig zu „ziehen“

Ja, ja, die Kinder haben es gut …  Die haben Zeit, können ganz unbeschwert spielen und leben einfach so in den Tag hinein. Wirklich? Das scheint mir ein sehr verklärtes Bild von Kindheit zu sein. Heute erlebe ich immer häufiger, dass Kinder einen vollen Terminkalender haben, durchgetaktet sind und schon frühzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Manchmal möchte ich echt gerne rufen: „Lasst doch endlich mal die Kinder in Ruhe!“ Denn schließlich hat das afrikanische Sprichwort nach wie vor Bestand: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Im Gegenteil: Zartes Gras reißt man durch zu starkes Ziehen auch schnell mal aus.

Darum mein Tipp für diese Woche: Schafft Platz, Raum und Zeit für Euch und Eure Kinder! Nutzt die unverplante Zeit zum … Nichtstun, Spielen, Lesen, Erzählen, Erholen, Träumen und zu allem, was Euch Spaß macht. Und wenn Ihr genau das gefunden habt, was Euch am meisten Freude bereitet, dann handelt ganz nach dem Moto: „Mehr des Guten!“

Bild © Jared Sluyter / unsplash28

E-Book vs. Papier

Eine Redakteurin eines Verlages, mit dem ich zusammenarbeite, bezeichnet ihre Leser als „Generation E-Book“. Seit vielen Jahren ist das Lesen von Büchern auf elektronischen Lesegeräten oder Tablets für viele eine gute Alternative zum herkömmlichen Buch. Wie ist das bei Euch? Ich persönlich bevorzuge auf alle Fälle die Papierausgabe eines Buches. Ich liebe es, am Papier zu schnuppern, das Rascheln der Seiten zu hören. Oder mein Lesezeichen zu platzieren, und dann beim nächsten Aufschlagen dann doch erst einmal eine Seite zurückzublättern.

Was Kinder betrifft, sollte auf alle Fälle das gedruckte Buch zum Anfassen die erste Wahl sein. Denn Kinder lernen und erleben nicht eindimensional, sondern wollen mit allen Sinnen angesprochen werden. Und ein Buch aus Papier bietet da eben weitaus mehr als eine Kindergeschichte auf dem Lesegerät zu betrachten. Wenn Kinder Bücher „be-greifen“, riechen und erleben dürfen, spricht übrigens sicherlich nichts dagegen, ein paar Kinder-E-Books als „Notfall-Paket“ für Wartezimmer, Autofahrt und Co. im Gepäck zu haben.

Bild ©Janko Ferlic / unsplash21

 

Fernsehen statt Buch – die Lebenswirklichkeit von Kleinkindern?

„Nichts ist beständiger als der Wandel.“ – Da hatte der Philosoph Heraklit von Ephesus, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, sicherlich recht. Doch manchmal möchte ich den Wandel gerne mit bloßen Händen unter Aufbringung all meiner Kräfte aufhalten. Beispielsweise, wenn ich mir die aktuelle miniKIM Studie (Kleinkinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ansehe. Zusammenfassend liest man dort:

„Medien spielen im Alltag von Kindern eine große Rolle, auch Mädchen und Jungen im Vorschulalter wachsen keineswegs medienfern auf. Bei der Mediennutzung von Zwei- bis Fünfjährigen spielen besonders das Fernsehen und (Bilder-)Bücher eine zentrale Rolle. Fast die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe (44 %) sieht jeden oder fast jeden Tag fern, 43 Prozent beschäftigen sich (fast) täglich mit einem Buch. Im Altersverlauf zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Präferenzen: Während für die Mehrheit der Zwei- bis Dreijährigen Bücher unverzichtbar sind, ist für die Vier- und Fünfjährigen das Fernsehen das wichtigste Medium.“ (http://www.mpfs.de/studien/minikim-studie/2014)

Gut, gegen die „Sendung mit der Maus“ oder das „Sandmännchen“ ist sicherlich grundsätzlich nicht einzuwenden. Aber auch nicht dagegen, jeden Tag ein Buch in den Hand zu nehmen, vorgelesen zu bekommen, selbst darin zu blättern. Täglich. Mindestens einmal. Ohne konservativ erscheinen zu wollen: Wäre das nicht etwas Gutes, das bewahrt werden sollte?

Bild: © mojzagrebinfo / pixabay.de

Ja, ist denn das normal?

Kürzlich habe ich das Gespräch eines Mannes und einer Frau in der U-Bahn mitverfolgt. Irgendwann fiel der Satz: „Es gibt immer mehr Alleinerziehenden-Familien, Multikulti-Familien und nur noch wenige normale Familien.“

Der Satz ließ mich wirklich zusammenzucken. Was ist denn eine normale Familie? Und ist eine Ein-Vater-Familie, eine Familie mit zwei Müttern oder eine Patchwork-Familie nicht normal? Was ist die Norm? Und wer legt sie fest?

Das Statistische Bundesamt hat in einer Erhebung kürzlich festgestellt, dass zwar Familien, die aus in einer Ehe lebenden Eltern mit Kindern besteht, noch am meisten repräsentiert sind. Gleichzeitig stieg in den letzten Jahrzehnten die Zahl vielfältiger Familienformen enorm an. Ich finde: Wichtig ist, dass Kinder einen Ort haben, an dem sie geborgen und sicher aufwachsen. An dem sie sich zurückziehen können. An dem Geschichten vorgelesen und gemeinsam gespielt wird. Das ist Familie. Das ist normal und wertvoll. Und wer dazugehört, ist keine fixe Größe. Punkt.

Heute schon gut erzogen?

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder gute Manieren haben und „gut erzogen“ rüberkommen. Was hat das denn mit Liebe zu tun? Ganz einfach: Eine der wohl bekanntesten Kinderbuchautorinnen Astrid Lindgren hat einmal gesagt: „Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe, dann stellen sich die guten Manieren ganz von selbst ein.“

Erleben die Kinder Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Sicherheit und Zuwendung – bedingungslose Liebe eben – können sie sich entfalten. Dabei lernen sie ganz nebenbei, welche Werte es in der Familie gibt und was im Zusammenleben mit anderen wichtig ist. Liebe führt also zu guten Manieren.

… Irgendwie eine ermutigende Gleichung, oder?

Bild: © Kelly Sikkema / unsplash

Zweisprachige Kinder profitieren von erzählten Geschichten

Wenn Ihr mit Kindern arbeitet, die gerade Deutsch lernen, oder euch um sie kümmert, dann ist Geschichtenerzählen ein richtiger Geheimtipp! Denn Erzählen wirkt anders als Vorlesen.

Beim Vorlesen ist der Text vorgegeben. Beim Erzählen kannst Du Deine Worte, den Ablauf der Geschichte und das Tempo anpassen. Außerdem spielt der vorhandene Wortschatz beim Lauschen von Erzähltem nicht so eine große Rolle wie beim Vorgelesen bekommen. Denn wenn jemand erzählt, dann erzählen nicht nur die Worte die Geschichte. Auch an der Lautstärke der Stimme, an der Mimik des Erzählers, an den Gesten und der Tonhöhe kann ein Kinder erfahren, was gerade in der Geschichte passiert.

Traut Euch also und erzählt Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, jede Menge Geschichten! Das hilft übrigens nicht nur beim Deutschlernen, sondern stärkt auch die Beziehung zwischen den Kindern und Euch!

Bild CC0, © Maialisa / Pixabay