Der Geschichtenanfang der Woche: Sandra hat einen neuen Freund.

Sandra fühlte sich einfach nicht wohl: Sie war fremd in der Stadt, sie kannte nur wenige der Kinder, und richtige Freunde hatte sie schon gar nicht. Und nun musste sie auch noch durch die Eingangstür der Schule, wo sich bereits ein Pulk an Mädchen um die coole Anführerin geschart hatte und sie misstrauisch beäugte. Sandra nahm all ihren Mut zusammen, straffte die Schultern und sagte: „Morgen. Sagt Hallo zu meinem neuen Freund!“ Die anderen Schülerinnen sahen sie nur fragend an, blickten an ihr vorbei und suchten die nähere Umgebung ab. „Hä? Wer?“, fragte schließlich eine.

Was denkt Ihr – wer könnte der neue Freund von Sandra sein?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Sigrid windet sich heraus.

Sigrid hatte den Kopf auf die Hände gestützt und glotzte Löcher in die Luft, als sie wie von ganz weit weg eine Stimme vernahm: „Wer kann es mir sagen? Sigrid vielleicht? Sigrid! Komm mal vor, ich wollte dich eh ausfragen.“ Sigrid schreckte auf. Herr Schauer hatte sie aufgerufen! Ausgerechnet heute, wo sie doch wegen ihrer Geburtstagsfeier gestern überhaupt nichts gelernt hatte! Was sollte sie nur sagen? Sollte sie sich eine Ausrede einfallen lassen? Aber so etwas ließ Herr Schauer nicht gelten. Sollte sie sich auf ihr Glück verlassen und so tun, als wüsste sie Bescheid? Aber das war noch nie gut gegangen … Sigrid stand auf und öffnete den Mund.

Was denkt Ihr – wie wird Sigrid die Situation meistern?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Andreas erfährt eine Revanche.

Noch immer musste Andreas lachen, als er vom Garten ins Haus ging: Wieder einmal war es ihm gelungen, seine Schwester zum Narren zu halten. Naja, wenn er ehrlich war, hatte er sie vor allem ganz fies geärgert. Seine Mutter hatte ihm zwar gesagt, dass er seine Schwester nicht immer so triezen sollte – aber wozu waren kleine Schwestern denn sonst da? Und überhaupt, er konnte einfach nicht anders, als er diesen Regenwurm sah …

Also kicherte Andreas weiter in sich hinein, auch dann noch, als er in die Küche kam und sah, was seine Schwester für ihn vorbereitet hatte.

Was denkt Ihr – welche Abreibung erwartet Andreas? Und warum? Ist sie gerechtfertigt?

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Geschichten, die man vielleicht vergisst. Oder auch nicht.

„Eine unvergessliche Geschichte!“ Was den allermeisten als Zeichen der Begeisterung ganz leicht über die Lippen kommt, führt bei Angehörigen von Demenzkranken eher zu einem Kloß im Hals. Denn sie wissen: Vieles von dem, was sie sagen und erzählen, ist bei den Erkrankten nur zu schnell wieder im Strudel des Vergessens verloren.

Petra vom Geschichten-Planet hat mehrere Bücher zu dem Thema verfasst, und alle enthalten Vorlesegeschichten, die den Anforderungen von Demenzkranken gerecht werden. Sie sind nicht länger als 5 Minuten, ihr Inhalt ist leicht begreifbar, und sie sind so strukturiert, dass sie den Vorlesern einen Zugang zu den Erkrankten ermöglichen bzw. verbessern können.

Weil Geschichtenerzählen und -vorlesen gerade zur Weihnachtszeit eine besonders schöne Tradition ist, die Erinnerungen wach werden lässt, gibt es auch einen Band speziell zur Weihnachtszeit.

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Foto CC0, © stevepb / pixabay

Der Geschichtenanfang der Woche: Paulina reist … in ihre Phantasie

Paulina war enttäuscht: Zu gerne wäre sie heute mit ihren Eltern in den Freizeitpark gefahren. Aber das Wetter war einfach zu schlecht für einen solchen Ausflug. Das sah Paulina auch ein – und trotzdem war sie ganz schön schlecht gelaunt. „Na, wenn wir nicht wegfahren können, dann mach doch einfach eine Reise in deine Phantasie!“, schlug ihr Vater vor.
„Wohin?“, fragte Paulina und sah ihn mit großen Augen an. „Und überhaupt – wie soll das gehen?“

Was denkt Ihr – gelingt Paulina die Reise in ihre Phantasie? Und was könnte sie da Freizeitpark-mäßig so erleben?

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Dann heul doch!

Wenn Geschichten zu Tränen rühren – warum denen dann nicht freien Lauf lassen? Das ist unsere Meinung. Denn wenn eine erfundene Geschichten mal so richtig traurige Passagen hat, dann muss das auch irgendwie gezeigt werden. Beim Geschichtenerzählen sollte es also sein wie bei einem ergreifenden Kinofilm: Taschentücher raus und einfach mitleiden. Das gilt übrigens für Erzähler, Erzählerinnen und auch für die Zuhörenden.

Klar sollte eine erfundene Geschichte für Kinder dann am Ende gut ausgehen. Oder zumindest Zuversicht vermitteln. Aber nicht jede Geschichte muss immer ein Schenkelklopfer sein. Oder ein superspannendes Megaabenteuer. Auch traurige Geschichten müssen manchmal erzählt werden. Wenn Geschichtenerzähler und Zuhörende übrigens bei Geschichten weinen, hat das durchaus eine entlastende Komponente. Weinen zuzulassen ist nämlich ein echter Trost.

Natürlich müssen erwachsene Erzähler und Erzählerinnen ein Auge darauf haben, ob ihre jungen Zuhörenden während oder nach einer traurigen Geschichte noch Unterstützung brauchen, um sich wieder zu regulieren. Kuscheln hilft hier auf alle Fälle. Traut euch also ruhig auch mal an eine traurige Geschichte heran.

Foto: CC0, © Aliyah Jamous / unsplash

Die Haltung macht’s

Eine Geschichte lebt von Spannung, vom Überraschungsmoment und von Steigerungen. Davon wird erzählt. Doch das muss ja auch irgendwie rüberkommen. Wenn Ihr eine Geschichte erzählt, sollen die Zuhörenden mitfiebern, mitdenken, sich fesseln lassen und mitfühlen.

Das gelingt Erzählenden, wenn sie mit der Geschichte „mitgehen“. Dabei spielt die Körperhaltung beim packenden Erzählen eine wichtige Rolle. Denn wenn es gerade so richtig spannend ist, und der Erzähler oder die Erzählerin hängen irgendwie schlaff auf der Couch, bleibt vom Nervenkitzel nicht viel übrig. Also: Ein bisschen Spannung bitte! Und zwar nicht nur in durch passende Worte, sondern eben auch im Körper.

Durch unsere Gestik, Mimik und Körpersprache erzählen wir mit. Körperspannung, ein gespannter Gesichtsausdruck und weit aufgerissene Augen erzählen bei aufregenden Passagen mehr als Worte. So ist Euch die Aufmerksamkeit der Zuhörenden sicher!

Beitragsbild: CC0, © Myriams-Fotos / Pixabay

Eine Geschichte in 60 Wörtern

Ein indianisches Sprichwort sagt: „Sprich von Herzen und fasse dich kurz.“ Klar, damit ist gemeint, dass Plaudertaschen doch auch mal die Luft anhalten und andere zu Wort kommen lassen sollten. Oder sich eben auf den Kern der Sache zu konzentrieren und nicht so viel um den heißen Brei herum zu reden.

Und auch eine Geschichte lässt sich ganz nach diesem Motto erzählen. Mit wenigen Wörtern das sagen, was erzählt werden soll. Wir vom Geschichten-Planet haben es versucht. Hier kommt unser Ergebnis. Die Geschichte eines Familienausflugs, erzählt in 60 Wörtern:

Drei Taschen – zwei mit Proviant.
Erster Stopp: Tankstelle!
Zweiter Stopp: Stau.
„Wann sind wir da?“

Nach einer Stunde: Juhu, ein Parkplatz!
Kassenhäuschen: Erste Schlange.
Im Terrarium: zweite bis fünfte Schlange.
Vor dem Toilettenhäuschen: sechste Schlange.
Sonnencreme vergessen.
Schattenplatz ergattert.

Dann 20 Gehege in 30 Minuten.
Eis für alle? Siebte Schlange.
Heimfahrt: Herrliche Ruhe – Kinder schlafen.
Was für ein toller Familienausflug!

Jetzt seid Ihr an der Reihe! Versucht, eine Geschichte mit so wenig Wörtern wie möglich zu erfinden. Trotzdem soll die Geschichte Sinn ergeben. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Beitragsbild: CCO, © / Alexas_Fotos pixabay

Sieben Dinge, die beim Geschichtenerfinden helfen

Geschichten zu erfinden macht Spaß! Doch nicht immer liegt die passende Idee direkt vor Euren Füßen. Wenn Ihr in Gedanken gerade mit dem Ärger im Büro, der kniffligen Matheaufgabe aus den Hausaufgaben oder der Planung des nächsten Großelternbesuchs beschäftigt seid, hat Euer Gehirn gerade keine Kapazitäten mehr für aufregende, lustige oder originelle Geschichten.

Damit die Fantasie wieder Platz bekommt, helfen Dir sieben Dinge:

1. Guck Löcher in die Luft!
Hilft wirklich! Wir müssen schließlich auch mal nichts tun. Dann kann unser Geist wieder zur Ruhe kommen. Und Einfälle flattern ganz von selbst wieder in unseren Kopf.

2. Geh mal eine Runde um den Block
Beim Bewegen kann unser Denken mal ein bisschen Pause machen. Denn unser Körper hat dann noch was anderes zu tun. Viele gute Ideen entstehen beim Gehen.

3. Mal eine liegende Acht in die Luft
Die liegende Acht soll unsere beiden Gehirnhälften wieder miteinander verbinden. So tauchen plötzlich Bilder auf, und die passenden Worte zu den Bildern formulieren sich ganz von selbst.

4. Sag laut: „Stopp!“
Wenn gar nichts hilft, um das Gedankenkarussell anzuhalten: einfach mal „Stopp!“ sagen. Und zwar laut und deutlich. Vielleicht müssen wir eben auch mal von uns selbst hören, dass die Grüblerei genug ist. Und dass es wieder Zeit ist, sich schönen Gedanken zuzuwenden.

5. Kritzle ein Blockblatt voll
Kritzeln kann Spannungen lösen. Denn so wird der Bewegungsdrang, der durch Stress entsteht, zumindest ein bisschen befriedigt. Kritzeln hilft uns übrigens nicht nur dabei, Stress abzubauen und wieder Kapazitäten für Kreativität zu haben. Auch bei herausfordernden Telefonaten bringt uns Gekritzel leichter ins Gleichgewicht.

6. Schneide Grimassen
Kein Witz! Durch Muskelkontraktionen im Gesicht stimulieren wir wichtige Punkte, die an unser Gehirn melden: Alles gut! Und mit guter Laune haben wir häufig auch kreative Einfälle.

7. Schreib drei Minuten lang alle Deine Gedanken auf, ohne dabei abzusetzen
Erst denken, dann reden (bzw. schreiben) gilt hier mal nicht. Während Du sozusagen in einem Rutsch durchschreibst, denkst du gleichzeitig. Und dadurch hältst Du Deine spontanen Gedanken schriftlich fest. Lies Dir nach den drei Minuten durch, welche Gedanken Du so spontan niedergeschrieben hast. Vielleicht ist ja schon DIE Idee für Deine nächste Geschichte dabei.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Geschichtenerfinden wünschen Euch Petra und Michael vom Geschichten-Planet!

Beitragsbild: CC0, © Jery Kiesewetter / unsplash

Unser Buch bei „family snap“

Wir haben Euch das Mama-Blog „family snap“ ja schon einmal empfohlen – und wir freuen uns, dass Yvonne unser Buch „Lasst uns eine Geschichte erfinden“ gelesen und rezensiert hat!

Wenn Ihr also wissen wollt, was eine Mama, die mit beiden Beinen (und beiden Kindern) im Leben steht, von unserem Buch hält, folgt Ihr einfach dem Link:
https://www.familysnap.de/geschichten-erzaehlen-mit-kindern-ueber-familienzeit-und-heldenabenteuer/

(Spoiler: Ihr gefällt’s …)

 

Foto: Annie Spratt / unsplash