Der Geschichtenanfang der Woche: Marcel ist raus.

„Na und? Ich will ja gar nicht bei euch mitmachen!“ Schnell drehte sich Marcel um. Wie ihn das wurmte! Er hatte ganz schön damit zu tun, dass er nicht gleich losheulte. Außerdem musste er auch aufpassen, nicht frustriert davonzulaufen, sondern so gleichgültig zu schlendern, als ginge ihn das alles nichts an. Weder das tolle Club-Baumhaus noch die verschwiegene Lichtung im Wald noch die Jungs, die ihn in das alles eingeweiht hatten. Er könnte im coolsten Club der Stadt sein, aber er hatte es vermasselt. Schon wieder.

Was denkt Ihr – was hat Marcel getan, dass man ihn rausgeworfen hat? Und könnte er es nicht wieder gutmachen?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Sandra hat einen neuen Freund.

Sandra fühlte sich einfach nicht wohl: Sie war fremd in der Stadt, sie kannte nur wenige der Kinder, und richtige Freunde hatte sie schon gar nicht. Und nun musste sie auch noch durch die Eingangstür der Schule, wo sich bereits ein Pulk an Mädchen um die coole Anführerin geschart hatte und sie misstrauisch beäugte. Sandra nahm all ihren Mut zusammen, straffte die Schultern und sagte: „Morgen. Sagt Hallo zu meinem neuen Freund!“ Die anderen Schülerinnen sahen sie nur fragend an, blickten an ihr vorbei und suchten die nähere Umgebung ab. „Hä? Wer?“, fragte schließlich eine.

Was denkt Ihr – wer könnte der neue Freund von Sandra sein?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Sigrid windet sich heraus.

Sigrid hatte den Kopf auf die Hände gestützt und glotzte Löcher in die Luft, als sie wie von ganz weit weg eine Stimme vernahm: „Wer kann es mir sagen? Sigrid vielleicht? Sigrid! Komm mal vor, ich wollte dich eh ausfragen.“ Sigrid schreckte auf. Herr Schauer hatte sie aufgerufen! Ausgerechnet heute, wo sie doch wegen ihrer Geburtstagsfeier gestern überhaupt nichts gelernt hatte! Was sollte sie nur sagen? Sollte sie sich eine Ausrede einfallen lassen? Aber so etwas ließ Herr Schauer nicht gelten. Sollte sie sich auf ihr Glück verlassen und so tun, als wüsste sie Bescheid? Aber das war noch nie gut gegangen … Sigrid stand auf und öffnete den Mund.

Was denkt Ihr – wie wird Sigrid die Situation meistern?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Paulina reist … in ihre Phantasie

Paulina war enttäuscht: Zu gerne wäre sie heute mit ihren Eltern in den Freizeitpark gefahren. Aber das Wetter war einfach zu schlecht für einen solchen Ausflug. Das sah Paulina auch ein – und trotzdem war sie ganz schön schlecht gelaunt. „Na, wenn wir nicht wegfahren können, dann mach doch einfach eine Reise in deine Phantasie!“, schlug ihr Vater vor.
„Wohin?“, fragte Paulina und sah ihn mit großen Augen an. „Und überhaupt – wie soll das gehen?“

Was denkt Ihr – gelingt Paulina die Reise in ihre Phantasie? Und was könnte sie da Freizeitpark-mäßig so erleben?

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Der Geschichtenanfang der Woche: Florian ist nass

Platsch! Das war ja irgendwie klar. Von oben bis unten war Florian nass, und er hatte es kommen gesehen. Ein ganz unangenehmes Gefühl war das, als das Wasser seine Kleidung durchdrang und der Stoff an der Haut klebte. Noch schlimmer war, dass es jetzt einfach zu kalt für solche Späße war – und am allerschlimmsten, dass seine Mama ihn genau davor gewarnt hatte. Aber es half nichts: Er musste so schnell wie möglich nach Hause und seiner Mutter beichten, was passiert war.

Was denkt Ihr – was hat Florian wohl angestellt?

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Dann heul doch!

Wenn Geschichten zu Tränen rühren – warum denen dann nicht freien Lauf lassen? Das ist unsere Meinung. Denn wenn eine erfundene Geschichten mal so richtig traurige Passagen hat, dann muss das auch irgendwie gezeigt werden. Beim Geschichtenerzählen sollte es also sein wie bei einem ergreifenden Kinofilm: Taschentücher raus und einfach mitleiden. Das gilt übrigens für Erzähler, Erzählerinnen und auch für die Zuhörenden.

Klar sollte eine erfundene Geschichte für Kinder dann am Ende gut ausgehen. Oder zumindest Zuversicht vermitteln. Aber nicht jede Geschichte muss immer ein Schenkelklopfer sein. Oder ein superspannendes Megaabenteuer. Auch traurige Geschichten müssen manchmal erzählt werden. Wenn Geschichtenerzähler und Zuhörende übrigens bei Geschichten weinen, hat das durchaus eine entlastende Komponente. Weinen zuzulassen ist nämlich ein echter Trost.

Natürlich müssen erwachsene Erzähler und Erzählerinnen ein Auge darauf haben, ob ihre jungen Zuhörenden während oder nach einer traurigen Geschichte noch Unterstützung brauchen, um sich wieder zu regulieren. Kuscheln hilft hier auf alle Fälle. Traut euch also ruhig auch mal an eine traurige Geschichte heran.

Foto: CC0, © Aliyah Jamous / unsplash

Die Haltung macht’s

Eine Geschichte lebt von Spannung, vom Überraschungsmoment und von Steigerungen. Davon wird erzählt. Doch das muss ja auch irgendwie rüberkommen. Wenn Ihr eine Geschichte erzählt, sollen die Zuhörenden mitfiebern, mitdenken, sich fesseln lassen und mitfühlen.

Das gelingt Erzählenden, wenn sie mit der Geschichte „mitgehen“. Dabei spielt die Körperhaltung beim packenden Erzählen eine wichtige Rolle. Denn wenn es gerade so richtig spannend ist, und der Erzähler oder die Erzählerin hängen irgendwie schlaff auf der Couch, bleibt vom Nervenkitzel nicht viel übrig. Also: Ein bisschen Spannung bitte! Und zwar nicht nur in durch passende Worte, sondern eben auch im Körper.

Durch unsere Gestik, Mimik und Körpersprache erzählen wir mit. Körperspannung, ein gespannter Gesichtsausdruck und weit aufgerissene Augen erzählen bei aufregenden Passagen mehr als Worte. So ist Euch die Aufmerksamkeit der Zuhörenden sicher!

Beitragsbild: CC0, © Myriams-Fotos / Pixabay

Eine Geschichte in 60 Wörtern

Ein indianisches Sprichwort sagt: „Sprich von Herzen und fasse dich kurz.“ Klar, damit ist gemeint, dass Plaudertaschen doch auch mal die Luft anhalten und andere zu Wort kommen lassen sollten. Oder sich eben auf den Kern der Sache zu konzentrieren und nicht so viel um den heißen Brei herum zu reden.

Und auch eine Geschichte lässt sich ganz nach diesem Motto erzählen. Mit wenigen Wörtern das sagen, was erzählt werden soll. Wir vom Geschichten-Planet haben es versucht. Hier kommt unser Ergebnis. Die Geschichte eines Familienausflugs, erzählt in 60 Wörtern:

Drei Taschen – zwei mit Proviant.
Erster Stopp: Tankstelle!
Zweiter Stopp: Stau.
„Wann sind wir da?“

Nach einer Stunde: Juhu, ein Parkplatz!
Kassenhäuschen: Erste Schlange.
Im Terrarium: zweite bis fünfte Schlange.
Vor dem Toilettenhäuschen: sechste Schlange.
Sonnencreme vergessen.
Schattenplatz ergattert.

Dann 20 Gehege in 30 Minuten.
Eis für alle? Siebte Schlange.
Heimfahrt: Herrliche Ruhe – Kinder schlafen.
Was für ein toller Familienausflug!

Jetzt seid Ihr an der Reihe! Versucht, eine Geschichte mit so wenig Wörtern wie möglich zu erfinden. Trotzdem soll die Geschichte Sinn ergeben. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Beitragsbild: CCO, © / Alexas_Fotos pixabay

Sieben Dinge, die beim Geschichtenerfinden helfen

Geschichten zu erfinden macht Spaß! Doch nicht immer liegt die passende Idee direkt vor Euren Füßen. Wenn Ihr in Gedanken gerade mit dem Ärger im Büro, der kniffligen Matheaufgabe aus den Hausaufgaben oder der Planung des nächsten Großelternbesuchs beschäftigt seid, hat Euer Gehirn gerade keine Kapazitäten mehr für aufregende, lustige oder originelle Geschichten.

Damit die Fantasie wieder Platz bekommt, helfen Dir sieben Dinge:

1. Guck Löcher in die Luft!
Hilft wirklich! Wir müssen schließlich auch mal nichts tun. Dann kann unser Geist wieder zur Ruhe kommen. Und Einfälle flattern ganz von selbst wieder in unseren Kopf.

2. Geh mal eine Runde um den Block
Beim Bewegen kann unser Denken mal ein bisschen Pause machen. Denn unser Körper hat dann noch was anderes zu tun. Viele gute Ideen entstehen beim Gehen.

3. Mal eine liegende Acht in die Luft
Die liegende Acht soll unsere beiden Gehirnhälften wieder miteinander verbinden. So tauchen plötzlich Bilder auf, und die passenden Worte zu den Bildern formulieren sich ganz von selbst.

4. Sag laut: „Stopp!“
Wenn gar nichts hilft, um das Gedankenkarussell anzuhalten: einfach mal „Stopp!“ sagen. Und zwar laut und deutlich. Vielleicht müssen wir eben auch mal von uns selbst hören, dass die Grüblerei genug ist. Und dass es wieder Zeit ist, sich schönen Gedanken zuzuwenden.

5. Kritzle ein Blockblatt voll
Kritzeln kann Spannungen lösen. Denn so wird der Bewegungsdrang, der durch Stress entsteht, zumindest ein bisschen befriedigt. Kritzeln hilft uns übrigens nicht nur dabei, Stress abzubauen und wieder Kapazitäten für Kreativität zu haben. Auch bei herausfordernden Telefonaten bringt uns Gekritzel leichter ins Gleichgewicht.

6. Schneide Grimassen
Kein Witz! Durch Muskelkontraktionen im Gesicht stimulieren wir wichtige Punkte, die an unser Gehirn melden: Alles gut! Und mit guter Laune haben wir häufig auch kreative Einfälle.

7. Schreib drei Minuten lang alle Deine Gedanken auf, ohne dabei abzusetzen
Erst denken, dann reden (bzw. schreiben) gilt hier mal nicht. Während Du sozusagen in einem Rutsch durchschreibst, denkst du gleichzeitig. Und dadurch hältst Du Deine spontanen Gedanken schriftlich fest. Lies Dir nach den drei Minuten durch, welche Gedanken Du so spontan niedergeschrieben hast. Vielleicht ist ja schon DIE Idee für Deine nächste Geschichte dabei.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Geschichtenerfinden wünschen Euch Petra und Michael vom Geschichten-Planet!

Beitragsbild: CC0, © Jery Kiesewetter / unsplash

Unser Buch bei „family snap“

Wir haben Euch das Mama-Blog „family snap“ ja schon einmal empfohlen – und wir freuen uns, dass Yvonne unser Buch „Lasst uns eine Geschichte erfinden“ gelesen und rezensiert hat!

Wenn Ihr also wissen wollt, was eine Mama, die mit beiden Beinen (und beiden Kindern) im Leben steht, von unserem Buch hält, folgt Ihr einfach dem Link:
https://www.familysnap.de/geschichten-erzaehlen-mit-kindern-ueber-familienzeit-und-heldenabenteuer/

(Spoiler: Ihr gefällt’s …)

 

Foto: Annie Spratt / unsplash