Was Mama-Bloggerinnen erzählen

Mütter können morgens noch schnell die Geburtstagstorte verschönern, tagsüber im Büro kreativ sein und abends noch eine lustige Geschichte erfinden. Klar, das können Väter auch. Aber viele Mütter schreiben darüber: Über ihren Alltag als Mutter, über ihren Spagat zwischen Elternabend, Erfolg und Eierkuchen, über das wunderbar-schrecklich-anstrengend-lustige Leben mit Kind und Kegel.

Und weil hier so richtig authentisch aus dem Alltag erzählt wird, sind wir vom Geschichten-Planet auf einige Mama-Blogs aufmerksam geworden. Ein bisschen ist das Mama-Blog-Lesen wie durchs Schlüsselloch gucken.

Es wird über Müttertypen, den Unsinn, den die eigenen Kinder anstellen, die originellsten Beschäftigungsideen, aktuelle Gemütszustände oder die besten Buchtipps geschrieben. Was aber in jeder Geschichte auf den Mama-Blogs mitklingt: Man hört die jeweilige Mutter reden.

Diese beiden Mama-Blogs finden wir wirklich lesenswert und werden sie weiter verfolgen:

www.familysnap.de
www.muttisoyeah.de/

Beitragsbild: CC0, © rawpixel / pixabay

Fernsehen statt Buch – die Lebenswirklichkeit von Kleinkindern?

„Nichts ist beständiger als der Wandel.“ – Da hatte der Philosoph Heraklit von Ephesus, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, sicherlich recht. Doch manchmal möchte ich den Wandel gerne mit bloßen Händen unter Aufbringung all meiner Kräfte aufhalten. Beispielsweise, wenn ich mir die aktuelle miniKIM Studie (Kleinkinder und Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest ansehe. Zusammenfassend liest man dort:

„Medien spielen im Alltag von Kindern eine große Rolle, auch Mädchen und Jungen im Vorschulalter wachsen keineswegs medienfern auf. Bei der Mediennutzung von Zwei- bis Fünfjährigen spielen besonders das Fernsehen und (Bilder-)Bücher eine zentrale Rolle. Fast die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe (44 %) sieht jeden oder fast jeden Tag fern, 43 Prozent beschäftigen sich (fast) täglich mit einem Buch. Im Altersverlauf zeigt sich eine deutliche Verschiebung der Präferenzen: Während für die Mehrheit der Zwei- bis Dreijährigen Bücher unverzichtbar sind, ist für die Vier- und Fünfjährigen das Fernsehen das wichtigste Medium.“ (http://www.mpfs.de/studien/minikim-studie/2014)

Gut, gegen die „Sendung mit der Maus“ oder das „Sandmännchen“ ist sicherlich grundsätzlich nicht einzuwenden. Aber auch nicht dagegen, jeden Tag ein Buch in den Hand zu nehmen, vorgelesen zu bekommen, selbst darin zu blättern. Täglich. Mindestens einmal. Ohne konservativ erscheinen zu wollen: Wäre das nicht etwas Gutes, das bewahrt werden sollte?

Bild: © mojzagrebinfo / pixabay.de

Ja, ist denn das normal?

Kürzlich habe ich das Gespräch eines Mannes und einer Frau in der U-Bahn mitverfolgt. Irgendwann fiel der Satz: „Es gibt immer mehr Alleinerziehenden-Familien, Multikulti-Familien und nur noch wenige normale Familien.“

Der Satz ließ mich wirklich zusammenzucken. Was ist denn eine normale Familie? Und ist eine Ein-Vater-Familie, eine Familie mit zwei Müttern oder eine Patchwork-Familie nicht normal? Was ist die Norm? Und wer legt sie fest?

Das Statistische Bundesamt hat in einer Erhebung kürzlich festgestellt, dass zwar Familien, die aus in einer Ehe lebenden Eltern mit Kindern besteht, noch am meisten repräsentiert sind. Gleichzeitig stieg in den letzten Jahrzehnten die Zahl vielfältiger Familienformen enorm an. Ich finde: Wichtig ist, dass Kinder einen Ort haben, an dem sie geborgen und sicher aufwachsen. An dem sie sich zurückziehen können. An dem Geschichten vorgelesen und gemeinsam gespielt wird. Das ist Familie. Das ist normal und wertvoll. Und wer dazugehört, ist keine fixe Größe. Punkt.

Heute schon gut erzogen?

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder gute Manieren haben und „gut erzogen“ rüberkommen. Was hat das denn mit Liebe zu tun? Ganz einfach: Eine der wohl bekanntesten Kinderbuchautorinnen Astrid Lindgren hat einmal gesagt: „Gebt den Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe, dann stellen sich die guten Manieren ganz von selbst ein.“

Erleben die Kinder Geborgenheit, Aufmerksamkeit, Sicherheit und Zuwendung – bedingungslose Liebe eben – können sie sich entfalten. Dabei lernen sie ganz nebenbei, welche Werte es in der Familie gibt und was im Zusammenleben mit anderen wichtig ist. Liebe führt also zu guten Manieren.

… Irgendwie eine ermutigende Gleichung, oder?

Bild: © Kelly Sikkema / unsplash