Hier fehlt ein Buch. Oder eine Geschichte.

Zumindest hier, wo die Beiträge für den Geschichtenplanet entstehen, waren die letzten Tage ganz unangenehm grau in grau. Eben so richtiges Lesewetter! Und sicher kennt Ihr das auch:

  • Man sitzt auf der Couch, starrt durchs Fenster in den Regen und wünscht sich, man hätte ein schönes Buch.
  • Man wartet auf den Bus, die Tram oder U-Bahn und wünscht sich, eine gute Geschichte würde die Wartezeit verkürzen.
  • Man möchte nicht schon wieder in die Glotze starren und wünscht sich, ein richtig fesselnder Krimi wäre zur Hand.

Diese und noch viele andere Szenen unter dem Motto „Hier fehlt ein Buch!“ findet Ihr bei Instagram unter dem Hashtag #hierfehlteinbuch. Wir wünschen viel Spaß beim Schmökern!

… ach ja: Nicht immer braucht’s ein Buch, um gut unterhalten zu werden. Denn gute Geschichten schreibt nicht nur das Leben, sondern auch Eure Phantasie!

Wie Ihr Eure Geschichtenerfindefähigkeiten ausbauen könnt, steht in unserem Buch „Last uns eine Geschichte erfinden“. Hier geht’s zur kostenlosen Leseprobe:

https://geschichten-planet.de/2017/08/29/lasst-uns-eine-geschichte-erfinden-leseprobe/

Foto: CC0, © rawpixel.com / pexels

Geschichten, die man vielleicht vergisst. Oder auch nicht.

„Eine unvergessliche Geschichte!“ Was den allermeisten als Zeichen der Begeisterung ganz leicht über die Lippen kommt, führt bei Angehörigen von Demenzkranken eher zu einem Kloß im Hals. Denn sie wissen: Vieles von dem, was sie sagen und erzählen, ist bei den Erkrankten nur zu schnell wieder im Strudel des Vergessens verloren.

Petra vom Geschichten-Planet hat mehrere Bücher zu dem Thema verfasst, und alle enthalten Vorlesegeschichten, die den Anforderungen von Demenzkranken gerecht werden. Sie sind nicht länger als 5 Minuten, ihr Inhalt ist leicht begreifbar, und sie sind so strukturiert, dass sie den Vorlesern einen Zugang zu den Erkrankten ermöglichen bzw. verbessern können.

Weil Geschichtenerzählen und -vorlesen gerade zur Weihnachtszeit eine besonders schöne Tradition ist, die Erinnerungen wach werden lässt, gibt es auch einen Band speziell zur Weihnachtszeit.

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Foto CC0, © stevepb / pixabay

Dann heul doch!

Wenn Geschichten zu Tränen rühren – warum denen dann nicht freien Lauf lassen? Das ist unsere Meinung. Denn wenn eine erfundene Geschichten mal so richtig traurige Passagen hat, dann muss das auch irgendwie gezeigt werden. Beim Geschichtenerzählen sollte es also sein wie bei einem ergreifenden Kinofilm: Taschentücher raus und einfach mitleiden. Das gilt übrigens für Erzähler, Erzählerinnen und auch für die Zuhörenden.

Klar sollte eine erfundene Geschichte für Kinder dann am Ende gut ausgehen. Oder zumindest Zuversicht vermitteln. Aber nicht jede Geschichte muss immer ein Schenkelklopfer sein. Oder ein superspannendes Megaabenteuer. Auch traurige Geschichten müssen manchmal erzählt werden. Wenn Geschichtenerzähler und Zuhörende übrigens bei Geschichten weinen, hat das durchaus eine entlastende Komponente. Weinen zuzulassen ist nämlich ein echter Trost.

Natürlich müssen erwachsene Erzähler und Erzählerinnen ein Auge darauf haben, ob ihre jungen Zuhörenden während oder nach einer traurigen Geschichte noch Unterstützung brauchen, um sich wieder zu regulieren. Kuscheln hilft hier auf alle Fälle. Traut euch also ruhig auch mal an eine traurige Geschichte heran.

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Von Frauenrollen und Mannsbildern

100 Jahre Frauenwahlrecht: Für Viele ein guter Grund, einen Blick auf die Situation der Frauen in unserer (und anderen) Gesellschaften zu werfen. Und sich die Frage zu stellen: Klappt das mit der Gleichberechtigung? Und wenn nicht – warum nicht?

Nun ist der Geschichten-Planet nicht unbedingt der Platz für große gesellschaftliche Diskussionen – aber wir wissen natürlich auch um die Auswirkungen, die Geschichtenerzählen auf die Phantasie, die Entwicklung und Persönlichkeit haben kann.

Ich glaube: Auch mit der Art und Weise, wie Geschichten erzählt werden, kann man schon früh Verhaltensmuster etablieren. Muss denn immer der tatenkräftige Prinz die heiratswütige Prinzessin retten? Und wo bleibt Feuerwehrfrau Samantha? Durch die Besetzung bekommt eine Geschichte eben immer auch eine Aussage, wer welche Rolle spielt – und wie gut er oder sie diese ausfüllt.

Damit wir uns richtig verstehen: Mir kommt es nicht auf einen kompletten Rollentausch an, sondern auf eine gleichberechtigte Ausgangsbasis. Es geht nicht darum, dass die Mädchen in Geschichten plötzlich männliche Stereotype erfüllen müssen – und umgekehrt. Es kommt einfach darauf, dass alle mal dran sind: beim Abenteuer erleben, beim schlau sein oder auch beim passiv bleiben.

Wichtig ist, individuell auf die Zuhörer einzugehen: Wenn ein Mädchen gerade auf dem Prinzessinnen-Trip ist, möchte es keine Geschichte von einer Automechanikerin hören. Aber sicher eine von einer starken, vorbildhaften Königstochter. Und wenn ein Junge gerade Puppen spannender als Autos findet, bekommt er keinen Zugang zu einer Rennfahrer-Geschichte, hat aber vielleicht Lust auf eine Erzählung, in der Puppen die Hauptrolle spielen.

Und nächste Woche ist die kindliche Erlebniswelt ohnehin ein ganz andere.

Geschichten sind Vorbereitungen fürs Leben. Und je mehr Möglichkeiten Sie Ihren Kindern in Geschichten aufzeigen, umso mehr Chancen werden sie für ihr eigenes erfülltes Leben ohne Geschlechter-Klischees finden.

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Die Haltung macht’s

Eine Geschichte lebt von Spannung, vom Überraschungsmoment und von Steigerungen. Davon wird erzählt. Doch das muss ja auch irgendwie rüberkommen. Wenn Ihr eine Geschichte erzählt, sollen die Zuhörenden mitfiebern, mitdenken, sich fesseln lassen und mitfühlen.

Das gelingt Erzählenden, wenn sie mit der Geschichte „mitgehen“. Dabei spielt die Körperhaltung beim packenden Erzählen eine wichtige Rolle. Denn wenn es gerade so richtig spannend ist, und der Erzähler oder die Erzählerin hängen irgendwie schlaff auf der Couch, bleibt vom Nervenkitzel nicht viel übrig. Also: Ein bisschen Spannung bitte! Und zwar nicht nur in durch passende Worte, sondern eben auch im Körper.

Durch unsere Gestik, Mimik und Körpersprache erzählen wir mit. Körperspannung, ein gespannter Gesichtsausdruck und weit aufgerissene Augen erzählen bei aufregenden Passagen mehr als Worte. So ist Euch die Aufmerksamkeit der Zuhörenden sicher!

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Eine Geschichte in 60 Wörtern

Ein indianisches Sprichwort sagt: „Sprich von Herzen und fasse dich kurz.“ Klar, damit ist gemeint, dass Plaudertaschen doch auch mal die Luft anhalten und andere zu Wort kommen lassen sollten. Oder sich eben auf den Kern der Sache zu konzentrieren und nicht so viel um den heißen Brei herum zu reden.

Und auch eine Geschichte lässt sich ganz nach diesem Motto erzählen. Mit wenigen Wörtern das sagen, was erzählt werden soll. Wir vom Geschichten-Planet haben es versucht. Hier kommt unser Ergebnis. Die Geschichte eines Familienausflugs, erzählt in 60 Wörtern:

Drei Taschen – zwei mit Proviant.
Erster Stopp: Tankstelle!
Zweiter Stopp: Stau.
„Wann sind wir da?“

Nach einer Stunde: Juhu, ein Parkplatz!
Kassenhäuschen: Erste Schlange.
Im Terrarium: zweite bis fünfte Schlange.
Vor dem Toilettenhäuschen: sechste Schlange.
Sonnencreme vergessen.
Schattenplatz ergattert.

Dann 20 Gehege in 30 Minuten.
Eis für alle? Siebte Schlange.
Heimfahrt: Herrliche Ruhe – Kinder schlafen.
Was für ein toller Familienausflug!

Jetzt seid Ihr an der Reihe! Versucht, eine Geschichte mit so wenig Wörtern wie möglich zu erfinden. Trotzdem soll die Geschichte Sinn ergeben. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Beitragsbild: CCO, © / Alexas_Fotos pixabay

Sieben Dinge, die beim Geschichtenerfinden helfen

Geschichten zu erfinden macht Spaß! Doch nicht immer liegt die passende Idee direkt vor Euren Füßen. Wenn Ihr in Gedanken gerade mit dem Ärger im Büro, der kniffligen Matheaufgabe aus den Hausaufgaben oder der Planung des nächsten Großelternbesuchs beschäftigt seid, hat Euer Gehirn gerade keine Kapazitäten mehr für aufregende, lustige oder originelle Geschichten.

Damit die Fantasie wieder Platz bekommt, helfen Dir sieben Dinge:

1. Guck Löcher in die Luft!
Hilft wirklich! Wir müssen schließlich auch mal nichts tun. Dann kann unser Geist wieder zur Ruhe kommen. Und Einfälle flattern ganz von selbst wieder in unseren Kopf.

2. Geh mal eine Runde um den Block
Beim Bewegen kann unser Denken mal ein bisschen Pause machen. Denn unser Körper hat dann noch was anderes zu tun. Viele gute Ideen entstehen beim Gehen.

3. Mal eine liegende Acht in die Luft
Die liegende Acht soll unsere beiden Gehirnhälften wieder miteinander verbinden. So tauchen plötzlich Bilder auf, und die passenden Worte zu den Bildern formulieren sich ganz von selbst.

4. Sag laut: „Stopp!“
Wenn gar nichts hilft, um das Gedankenkarussell anzuhalten: einfach mal „Stopp!“ sagen. Und zwar laut und deutlich. Vielleicht müssen wir eben auch mal von uns selbst hören, dass die Grüblerei genug ist. Und dass es wieder Zeit ist, sich schönen Gedanken zuzuwenden.

5. Kritzle ein Blockblatt voll
Kritzeln kann Spannungen lösen. Denn so wird der Bewegungsdrang, der durch Stress entsteht, zumindest ein bisschen befriedigt. Kritzeln hilft uns übrigens nicht nur dabei, Stress abzubauen und wieder Kapazitäten für Kreativität zu haben. Auch bei herausfordernden Telefonaten bringt uns Gekritzel leichter ins Gleichgewicht.

6. Schneide Grimassen
Kein Witz! Durch Muskelkontraktionen im Gesicht stimulieren wir wichtige Punkte, die an unser Gehirn melden: Alles gut! Und mit guter Laune haben wir häufig auch kreative Einfälle.

7. Schreib drei Minuten lang alle Deine Gedanken auf, ohne dabei abzusetzen
Erst denken, dann reden (bzw. schreiben) gilt hier mal nicht. Während Du sozusagen in einem Rutsch durchschreibst, denkst du gleichzeitig. Und dadurch hältst Du Deine spontanen Gedanken schriftlich fest. Lies Dir nach den drei Minuten durch, welche Gedanken Du so spontan niedergeschrieben hast. Vielleicht ist ja schon DIE Idee für Deine nächste Geschichte dabei.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Geschichtenerfinden wünschen Euch Petra und Michael vom Geschichten-Planet!

Beitragsbild: CC0, © Jery Kiesewetter / unsplash

Unsere Bücher zum Mutter- und Vatertag

Ganz klar: Muttertag und Vatertag kann man als reine Kommerz-Veranstaltungen betrachten. „Ich mag meine Mama und meinen Papa schließlich das ganze Jahr über – und nicht nur im Mai“, werdet Ihr Euch sicher denken.

Aber, andererseits: Schaden kann es ja wohl kaum, wenn man zwei Tage im Jahr ganz den Eltern und dem Familienleben widmet, oder? Wenn Ihr Euren Eltern außerdem eine Mitbringsel-Freude machen wollt, haben wir einen Tipp in eigener Sache für Euch: Michael hat für den Verlag Herder zwei kleine Geschenkbücher geschrieben, die jeweils Mama und Papa in den Mittelpunkt stellen. In humorvollen und hintergründigen Geschichten werden Eltern als das dargestellt, das sie nun mal sind: echte Helden.

… und speziell zum Vatertag eignet sich auch sein Buch „100 Dinge, die MANN einmal im Leben getan haben sollte“, erschienen im GROH Verlag.

Unsere – natürlich gänzlich voreingenommene – Empfehlung, um zum Mutter- oder Vatertag mit einer Aufmerksamkeit „Danke!“ zu sagen.

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Beitragsbild: CC0, © Markus Spiske, pexels

Stellt mal Wörter auf den Kopf

Mit Worten und Sprache kann man richtig tolle Sachen machen. Natürlich (…wer hätte das jetzt hier vermutet?) auch Geschichten erzählen! Aber Worte können noch viel mehr. Sie können sich reimen. Sie können verschieden klingen. Oder gleich, obwohl man sie ganz anders schreibt. Macht Euch doch mal gemeinsam auf die Suche nach solchen Besonderheiten. Oder erfindet Reime.

Was ganz Außergewöhnliches können einige besondere Worte: Ihr könnt sie gewissermaßen auf den Kopf stellen – also rückwärts lesen –, und sie ergeben immer noch Sinn. Das sind sogenannte Palindrome. Probiert doch mal „Regallager“ aus, „Legovogel“ oder das längste Palindrom, den „Reliefpfeiler“. Es gibt auch Wörter, die sich vorwärts und rückwärts (also normal und „auf dem Kopf“) lesen lassen, dann aber etwas anderes bedeuten – wie etwa „Nebel“. Das ganze funktioniert sogar mit mehreren Wörtern oder ganzen Sätzen! Ein Beispiel: „Alle Bananen, Anabella!“

Fällt Euch noch mehr ein? Viel Spaß dabei!

Bild © Tim Gouw / unsplash

Ausreichend Zeit, ohne ständig zu „ziehen“

Ja, ja, die Kinder haben es gut …  Die haben Zeit, können ganz unbeschwert spielen und leben einfach so in den Tag hinein. Wirklich? Das scheint mir ein sehr verklärtes Bild von Kindheit zu sein. Heute erlebe ich immer häufiger, dass Kinder einen vollen Terminkalender haben, durchgetaktet sind und schon frühzeitig die Weichen für die Zukunft gestellt werden.

Manchmal möchte ich echt gerne rufen: „Lasst doch endlich mal die Kinder in Ruhe!“ Denn schließlich hat das afrikanische Sprichwort nach wie vor Bestand: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Im Gegenteil: Zartes Gras reißt man durch zu starkes Ziehen auch schnell mal aus.

Darum mein Tipp für diese Woche: Schafft Platz, Raum und Zeit für Euch und Eure Kinder! Nutzt die unverplante Zeit zum … Nichtstun, Spielen, Lesen, Erzählen, Erholen, Träumen und zu allem, was Euch Spaß macht. Und wenn Ihr genau das gefunden habt, was Euch am meisten Freude bereitet, dann handelt ganz nach dem Moto: „Mehr des Guten!“

Bild © Jared Sluyter / unsplash28