„Anpfiff mit Hindernissen“

Petra stellt den Titel „Anpfiff mit Hindernissen“ von Martin Klein vor; illustriert von Markus Spang, erschienen bei FISCHER Duden Leseprofi (für Klasse 1):

Gleich vorab: Ich bin von diesem Erstleser*innen-Buch begeistert. Denn der Autor Martin Klein nimmt seine jungen Leser ernst. Und es ist ihm gelungen, mit wenig Text eine witzige, schnelle und authentische Geschichte zu schreiben, die junge Sportfans mitreißt.

Wie der Titel schon verspricht, geht es natürlich um Fußball. Die Hauptperson der Geschichte ist Matti, der es kaum erwarten kann, zu seinem ersten Auswärtsspiel aufzubrechen.

Das gab es für Matti noch nie. Kicken in einer anderen Stadt!

Doch dann werden er und seine Mannschaft mit so vielen Hindernissen konfrontiert, dass nicht klar ist, ob sie wirklich antreten können.

Natürlich geht die Geschichte gut aus. Gleichzeitig kommen Fußballbegeisterte voll auf ihre Kosten. Denn der Autor benutzt den gängigen Fußball-Jargon – und trotzdem ist die Geschichte für Leseanfänger*innen problemlos lesbar.

Für mich ist das Buch ein herausragendes Beispiel dafür, dass Erstlesebücher nicht langweilig oder gespickt mit dem „erhobenen pädagogischen Zeigefinger“ sein müssen, sondern spritzig, ereignisreich und fesselnd sein können. Tolles Buch!

Martin Klein: Anpfiff mit Hindernissen. FISCHER Duden Leseprofi 2018, 7,99 EUR

Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag FISCHER Duden zur Verfügung gestellt.

beitragsfoto: CC0, © Christian Widell / unsplash
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Der Geschichtenanfang der Woche: Peter findet was raus

O Mann, Chemie! Peter war gar nicht begeistert, als er in den Chemiesaal der Schule schlurfte. Formeln und Gleichungen, Moleküle und Tabellen … er konnte mit diesem Zeug einfach nichts anfangen. Vielleicht lag das aber auch daran, dass er nicht erkennen konnte, was ihm das mal bringen sollte … Schließlich wollte er einmal Chefkoch werden – und kein Chemiker.

Zu seiner Überraschung eröffnete die Chemielehrerin heute den Schülern: „Kinder, wir machen diesmal ein paar Versuche …“ Nach Ende der Doppelstunde konnte man sehen, wie Peter gutgelaunt und vor sich hinpfeifend den Schulflur entlanghüpfte …

Was denkt Ihr – wieso hat Peter seine Meinung zu Chemie geändert?

Hört den Geschichten-Anfang der Woche auch auf itunes:

https://itunes.apple.com/de/podcast/der-geschichten-anfang-der-woche/id1291387251?mt=2

… oder bei soundcloud.

Foro: CC0, © Martin Lopez / Pexels

Die Haltung macht’s

Eine Geschichte lebt von Spannung, vom Überraschungsmoment und von Steigerungen. Davon wird erzählt. Doch das muss ja auch irgendwie rüberkommen. Wenn Ihr eine Geschichte erzählt, sollen die Zuhörenden mitfiebern, mitdenken, sich fesseln lassen und mitfühlen.

Das gelingt Erzählenden, wenn sie mit der Geschichte „mitgehen“. Dabei spielt die Körperhaltung beim packenden Erzählen eine wichtige Rolle. Denn wenn es gerade so richtig spannend ist, und der Erzähler oder die Erzählerin hängen irgendwie schlaff auf der Couch, bleibt vom Nervenkitzel nicht viel übrig. Also: Ein bisschen Spannung bitte! Und zwar nicht nur in durch passende Worte, sondern eben auch im Körper.

Durch unsere Gestik, Mimik und Körpersprache erzählen wir mit. Körperspannung, ein gespannter Gesichtsausdruck und weit aufgerissene Augen erzählen bei aufregenden Passagen mehr als Worte. So ist Euch die Aufmerksamkeit der Zuhörenden sicher!

Beitragsbild: CC0, © Myriams-Fotos / Pixabay

„Küsschen? Bäh!“

Petra stellt den Titel „Küsschen? Bäh!“ von Barbara Rose, illustriert von Volker Fredrich, erschienen bei Tulipan, vor:

Kinder mögen es gar nicht, wenn sie ungefragt abgeknutscht werden. Verständlich und absolut berechtigt, denn das ist einfach übergriffig! Zu diesem Thema gibt es einige Bücher. Das ist also nicht neu. Dennoch ist das Bilderbuch „Küsschen? Bäh!“ außergewöhnlich!

Die Autorin Barbara Rose hat ihre Geschichte mit Wortwitz, ungewöhnlichen Wendungen und originellen Figuren gestrickt. Und mit denen und ihrer Kusswut muss sich der kleine Leo auseinandersetzen. Da ist Tante Lissi, die irgendwie genau so riecht, wie ihr Pudel. Oder Onkel Fred, der im Gesicht Stachelhaare wie ein Igel hat.
„Feines Küsschen“, ruft Onkel Fred und lacht.
„Bäh“, sagt Leo.

Oder Oma Else, die immer so komisch spricht, wenn sie ihr Gebiss aus dem Mund genommen hat. Und alle wollen Leo küssen. Da bleibt ihm nichts übrig, als sich in seinem Zimmer zu verschanzen. Doch dann hat er eine Idee. Mit einer urkomischen List schafft er es, die Situation aus eigener Kraft zu lösen. Ein echter Held also, dieser Leo, der Küsschen echt „Bäh!“ findet!

Die detailreichen und originellen Illustrationen komplettieren die Geschichte. Sie sind zum Teil als Collage gestaltet und lassen auf jeder Seite die Geschichte in besonderer Weise lebendig werden.

Fazit: Ein Bilderbuch, das ein kindrelevantes, ernstes Thema hervorragend und witzig behandelt. Sehr empfehlenswert!

Barbara Rose: Küsschen? Bäh!, Tulipan 2018, 15,- EUR
Foto: CC0, © suju / pixabay
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag Tulipan zur Verfügung gestellt.

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Der Geschichtenanfang der Woche: Olga ist auf sich gestellt

Olga saß im Wohnzimmersessel und schlenkerte ihre Beine hin und her. Ihr Papa ging vor ihr in die Hocke und hatte seinen „Pass mal auf, gleich kommt was Wichtiges“-Blick aufgesetzt. Und tatsächlich begann er mit „Pass auf, Olga, das ist jetzt wirklich wichtig“. Weiter sagte er: „Du weißt, dass wir das mit dem allein zuhause bleiben schon lange besprochen und geübt haben. Heute ist es soweit, weil ich noch was im Büro vergessen habe.“ Olga jauchzte innerlich: „Hurra! Endlich sturmfrei!“, aber sie nickte nur mit ernster Miene.

Ihr Vater fuhr fort: „Ich bin etwa eine Stunde weg. Du weißt, was Du machen darfst und was nicht. Essen und Trinken sind in der Küche. Weißt Du noch, was wir ausgemacht haben?“ – Olga nickte, und ihr Vater wuschelte ihr durch die Haare – was sie eigentlich gar nicht so sehr mochte. „Also gut. Dann bis später. “ Sie verabschiedeten sich, und kurz darauf hörte sie, wie die Tür ins Schloss fiel. Begeistert sprang Olga auf.

Was denkt Ihr – was wird Olga machen, während ihr Papa weg ist?

Hört den Geschichten-Anfang der Woche auch auf itunes:

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… oder bei soundcloud.

Foto: CC0, © Katerina Radvanska / unsplash

Eine Geschichte in 60 Wörtern

Ein indianisches Sprichwort sagt: „Sprich von Herzen und fasse dich kurz.“ Klar, damit ist gemeint, dass Plaudertaschen doch auch mal die Luft anhalten und andere zu Wort kommen lassen sollten. Oder sich eben auf den Kern der Sache zu konzentrieren und nicht so viel um den heißen Brei herum zu reden.

Und auch eine Geschichte lässt sich ganz nach diesem Motto erzählen. Mit wenigen Wörtern das sagen, was erzählt werden soll. Wir vom Geschichten-Planet haben es versucht. Hier kommt unser Ergebnis. Die Geschichte eines Familienausflugs, erzählt in 60 Wörtern:

Drei Taschen – zwei mit Proviant.
Erster Stopp: Tankstelle!
Zweiter Stopp: Stau.
„Wann sind wir da?“

Nach einer Stunde: Juhu, ein Parkplatz!
Kassenhäuschen: Erste Schlange.
Im Terrarium: zweite bis fünfte Schlange.
Vor dem Toilettenhäuschen: sechste Schlange.
Sonnencreme vergessen.
Schattenplatz ergattert.

Dann 20 Gehege in 30 Minuten.
Eis für alle? Siebte Schlange.
Heimfahrt: Herrliche Ruhe – Kinder schlafen.
Was für ein toller Familienausflug!

Jetzt seid Ihr an der Reihe! Versucht, eine Geschichte mit so wenig Wörtern wie möglich zu erfinden. Trotzdem soll die Geschichte Sinn ergeben. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Beitragsbild: CCO, © / Alexas_Fotos pixabay

Nur Mut, kleiner Drache!

Petra stellt den Titel „Nur Mut, kleiner Drache!“ von Kristin Lückel, illustriert von Regine Altegoer, erschienen beim Kaufmann Verlag, vor:

Angst zu haben ist ja keine Schande. Aber ein Drache und Angst? Das geht natürlich gar nicht. Denn: Drachen haben keine Angst – absolut niemals nicht!
Anders ist das allerdings beim Drachenjungen Hugo. Der hat vor allem Angst: Vor Gewittern, vor Wasser, vorm Fliegen und – ja, sogar vor Feuer. Darum lassen es sich seine großen Brüder auch nicht nehmen, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit über Hugo lustig zu machen. Und das wiederum macht den kleinen Drachen verständlicherweise echt traurig.
Doch dann lernt Hugo die Fledermaus Freddy kennen – und zeigt zum ersten Mal, dass er richtig mutig sein kann, wenn es darauf ankommt. Freddy entpuppt sich als guter Ratgeber, der Hugo klar macht:
„Angst zu haben ist völlig normal. (…) Jeder fühlt sie manchmal.“
So schafft der Drache Hugo es schließlich, sich seinen Ängsten zu stellen und wird am Ende mit Freddy Fledermaus als neuen Freund belohnt.

Der Autorin Kristin Lückel ist eine Geschichte über das Thema Angst gelungen, das ohne pädagogischen Zeigefinger auskommt und ganz und gar und sehr glaubwürdig die Perspektive des kleinen Drachenjungen einnimmt. Und der besondere Bonus: Die Illustrationen von Regine Altegoer sind weich, facettenreich und witzig.

Deshalb unser Fazit: „Nur Mut, kleiner Drache!“ ist ein Bilderbuch, das man gern ein die Hand nimmt.

Kristin Lückel: Nur Mut, kleiner Drache!. Kaufmann Verlag 2017, 12,95 EUR

Foto: CC0, © Buddy_Nath / pixabay
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Der Geschichtenanfang der Woche: Willi ist stärker als seine Furcht

Willi sah sich um: Die Bäume hier waren uralt. Es knarzte und wisperte, wenn der Wind durch die Baumkronen fuhr. Willi fröstelte. Aber er wusste, dass er den Weg genau durch diesen Wald nehmen musste, um schneller bei seinem Freund zu sein. Und er hatte natürlich vorher mit seinen Eltern geredet – für sie war die Abkürzung in Ordnung. Sie führte auch nicht wirklich tief in den Wald hinein, aber Willi war dieser Teil des Stadtwaldes schon immer ziemlich unheimlich gewesen. Da hatte er eine Idee, wie er seine Furcht besiegen – und trotzdem vorsichtig bleiben konnte.

Was denkt Ihr – wie gewinnt Willi Mut?

Hört den Geschichten-Anfang der Woche auch auf itunes:

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… oder bei soundcloud.

Foto: CC0, © Stefan Steinbauer / unsplash

Sieben Dinge, die beim Geschichtenerfinden helfen

Geschichten zu erfinden macht Spaß! Doch nicht immer liegt die passende Idee direkt vor Euren Füßen. Wenn Ihr in Gedanken gerade mit dem Ärger im Büro, der kniffligen Matheaufgabe aus den Hausaufgaben oder der Planung des nächsten Großelternbesuchs beschäftigt seid, hat Euer Gehirn gerade keine Kapazitäten mehr für aufregende, lustige oder originelle Geschichten.

Damit die Fantasie wieder Platz bekommt, helfen Dir sieben Dinge:

1. Guck Löcher in die Luft!
Hilft wirklich! Wir müssen schließlich auch mal nichts tun. Dann kann unser Geist wieder zur Ruhe kommen. Und Einfälle flattern ganz von selbst wieder in unseren Kopf.

2. Geh mal eine Runde um den Block
Beim Bewegen kann unser Denken mal ein bisschen Pause machen. Denn unser Körper hat dann noch was anderes zu tun. Viele gute Ideen entstehen beim Gehen.

3. Mal eine liegende Acht in die Luft
Die liegende Acht soll unsere beiden Gehirnhälften wieder miteinander verbinden. So tauchen plötzlich Bilder auf, und die passenden Worte zu den Bildern formulieren sich ganz von selbst.

4. Sag laut: „Stopp!“
Wenn gar nichts hilft, um das Gedankenkarussell anzuhalten: einfach mal „Stopp!“ sagen. Und zwar laut und deutlich. Vielleicht müssen wir eben auch mal von uns selbst hören, dass die Grüblerei genug ist. Und dass es wieder Zeit ist, sich schönen Gedanken zuzuwenden.

5. Kritzle ein Blockblatt voll
Kritzeln kann Spannungen lösen. Denn so wird der Bewegungsdrang, der durch Stress entsteht, zumindest ein bisschen befriedigt. Kritzeln hilft uns übrigens nicht nur dabei, Stress abzubauen und wieder Kapazitäten für Kreativität zu haben. Auch bei herausfordernden Telefonaten bringt uns Gekritzel leichter ins Gleichgewicht.

6. Schneide Grimassen
Kein Witz! Durch Muskelkontraktionen im Gesicht stimulieren wir wichtige Punkte, die an unser Gehirn melden: Alles gut! Und mit guter Laune haben wir häufig auch kreative Einfälle.

7. Schreib drei Minuten lang alle Deine Gedanken auf, ohne dabei abzusetzen
Erst denken, dann reden (bzw. schreiben) gilt hier mal nicht. Während Du sozusagen in einem Rutsch durchschreibst, denkst du gleichzeitig. Und dadurch hältst Du Deine spontanen Gedanken schriftlich fest. Lies Dir nach den drei Minuten durch, welche Gedanken Du so spontan niedergeschrieben hast. Vielleicht ist ja schon DIE Idee für Deine nächste Geschichte dabei.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Geschichtenerfinden wünschen Euch Petra und Michael vom Geschichten-Planet!

Beitragsbild: CC0, © Jery Kiesewetter / unsplash

Unser Buch bei „family snap“

Wir haben Euch das Mama-Blog „family snap“ ja schon einmal empfohlen – und wir freuen uns, dass Yvonne unser Buch „Lasst uns eine Geschichte erfinden“ gelesen und rezensiert hat!

Wenn Ihr also wissen wollt, was eine Mama, die mit beiden Beinen (und beiden Kindern) im Leben steht, von unserem Buch hält, folgt Ihr einfach dem Link:
https://www.familysnap.de/geschichten-erzaehlen-mit-kindern-ueber-familienzeit-und-heldenabenteuer/

(Spoiler: Ihr gefällt’s …)

 

Foto: Annie Spratt / unsplash