Häppchenweise lesen

Im Netz bin ich kürzlich über einen tollen Artikel mit Tipps des Schauspielers Rufus Beck rund ums Vorlesen gestolpert. Er rät dazu, Geschichten als Vorleser in kleine Portionen aufzuteilen. Dann fällt das Vorlesen leichter.

Außerdem ist sein Vorlese-Geheimtipp: sich dabei Zeit lassen. Gemeint ist damit nicht nur das langsame Lesen, sondern auch Pausen zwischen Abschnitten oder Kapiteln. So lässt man dem Zuhörer auch Zeit, das Gehörte zu verstehen und wirken zu lassen. Außerdem machen Pausen Geschichten spannend und rhythmisch.

Rufus Beck findet übrigens, dass kleine Versprecher gar nicht schlimm sind und den Zuhörer in der Regel überhaupt nicht stören. Und er muss es schließlich wissen, denn immerhin hat er schon unzählige Hörbücher eingelesen und versteht sein Handwerk!

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Papas: ran ans Buch!

Vorlesen ist ziemlich häufig „Mama-Sache“: Eine Umfrage bei Statista zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Väter „keine Zeit zum Vorlesen“ hat…

Fragt man Papas, so werden meist die gleichen Gründe angegeben, warum sich Väter fürs Vorlesen nicht allzu sehr zuständig fühlen:

Sie haben aus Berufsgründen Zeitmangel, sie denken, dass die Kinder eh an die Mama als Vorleserin gewöhnt sind – und überhaupt: Ist das denn wirklich  so wichtig mit dem Vorlesen?

Wir finden finde das ziemlich schade, denn Vorlesen wirkt beziehungsstärkend! Gemeinsam in eine Geschichte eintauchen und in gemütlicher Umgebung das Gefühl von Geborgenheit vermitteln: Das ist ein megatolles Erlebnis für Kinder – und ihre Väter.

Ein Tipp für alle Papas, die nun überzeugt sind – oder es auch vorher schon waren: Guten Vorlesestoff findet Ihr hier auf dieser Seite unter der Rubrik „Empfehlungen“ oder „Unsere Bücher“. Viel Spaß beim gemeinsamen Erleben von Geschichten!

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Lesekompetenz schon bei Kleinkindern fördern?

Natürlich: Lesen lernen Kinder in der Schule. Aber Ihr könnt schon bei den Jüngsten den Grundstein legen, damit das Lesenlernen später leichter fällt. Denn etwas zu lernen fällt am leichtesten, wenn man davon wirklich begeistert ist. Und wenn man überzeugt davon ist, dass man das Wissen oder die Fertigkeit auch gut gebrauchen kann. Kinder, die von klein auf an Geschichten herangeführt werden, lassen sich von den gedruckten Buchstaben also schnell fesseln. Sie wollen später dann auch wissen, was dort steht, wollen Geschichten selbst entziffern können.

Hier also die drei wichtigsten Tipps, wie Ihr sozusagen den Kleinsten die spätere Freude am Lesen in die Wiege legen könnt:

  • Schafft beim Geschichtenerzählen und Vorlesen eine Kuschelatmosphäre

Ist es besonders gemütlich, wenn es um Geschichten geht, verbinden Kinder damit ein Wohlgefühl. Das hilft dabei, auch später das Lesen in der Kategorie „schön“ einzuordnen.

  • Gebt den Kindern Bücher zum Anfassen

Bücher müssen von Kinder „be-griffen“ werden dürfen. Das machen Kleinkinder mit allen Sinnen. Sie blättern nicht vorsichtig dünne Seiten um, sondern sie betasten, stecken in den Mund und horchen, was passiert, wenn ein Buch auch mal runterfällt. Das müssen Bücher für die Allerjüngsten aushalten! Also: Stabile Pappbücher besorgen, für Kinder erreichbar aufbewahren und sich mit Kindern an der Vielfältigkeit der Nutzung von Büchern freuen!

  • Zeigt Interesse an Geschichten

Wenn Kinder merken, dass ihr selbst Geschichten mögt, werden sie sich das als Vorbild nehmen. Kinder dürfen also ruhig miterleben, dass Mama und Papa auch gerne schmökern. Sie brauchen eure Aufmerksamkeit, wenn sie euch etwas erzählen wollen. Und sie wollen auch mal ihre Lieblingsgeschichte zum hundertsten Mal hören.

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Geschichten sind treue Begleiter

Petra weiß, wie man Kindern mit Geschichten Stärke, Zuversicht und Phantasie schenkt. Und das Beste: All das zu fördern, ist eigentlich ganz einfach …

Als Kind hob ich mein Fahrrad über meinen Kopf und stellte mir vor, stark wie Pippi Langstrumpf zu sein. Meine Phantasie verlieh mir unfassbare Kräfte. So etwas schafft nur eine wirklich gute Geschichte. Eine Vielzahl davon haben meinen Weg vom Kind zur Erwachsenen gepflastert. Etliche von diesen Geschichten habe ich mehr als nur einmal gelesen und konnte nicht genug bekommen von den Worten, die mich mitnahmen auf eine Reise in meinem Kopf. Manchmal haben mich diese Geschichten getröstet, manchmal auf neue Ideen gebracht. Aber immer haben sie mich in eine andere Welt entführt, in der vieles möglich war. Ich bin keine Träumerin. Aber eine „Vorstellerin“. Und das ist nicht das Schlechteste: sich vorstellen zu können, wie es noch sein könnte. So können aus Kindern kreative Erwachsene werden, die Lösungen suchen statt Probleme zu wälzen. Wenn Ihr Euren Kindern das auch wünscht, dann gebt ihnen Geschichten an die Hand – sie sind starke Wegbegleiter für jede Lebenslage!

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Früher bei Oma und den Dinosauriern

Klar, Kindern muss man immer die Wahrheit sagen. Aber als Zuhörer  ist ihnen schon klar, dass geflunkert werden darf, um eine Geschichte aufregender, lustiger oder phantasievoller zu machen. Traut Euch also was!

„Als Oma ein Kind war, gab es noch Dinosaurier!“ – da ist sich der kleine Neffe von Petra sehr sicher. Doch wenn das wirklich so wäre? Dann könnte Oma davon die spannendsten Geschichten erzählen! Verbindet  beim freien Erzählen ruhig Phantasie und Wirklichkeit. So entstehen Situationen, die sich kleine Zuhörer erträumen. Und die sie sicherlich auch gerne gemeinsam mit Euch weiterspinnen. Erzählt davon, wie es war, als Papa sich in einen Staubsauger verwandelte oder Opa zum Elefantendompteur im Zirkus wurde. Vielleicht fallen den Kindern danach auch gleich die nächsten Begebenheiten ein, über die sie schon immer eine Geschichte hören wollten. Viel Spaß dabei!

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„Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler“ – Buchbesprechung

Petra stellt den Titel „Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler“ von Lena Hach mit Illustrationen von Daniela Kulot, erschienen bei Mixtvision, vor:

Drei Kinder beschließen, ab jetzt Erfinder zu sein – mit Aussicht auf viel Geld, falls sie mit ihren Erfindungen dann mal den Nobelpreis abräumen werden.

Sympathisch, witzig und frech erzählt die Autorin Lena Hach die Geschichte von zwei Jungen und einem Mädchen aus der Perspektive von Fred. Seine Freunde Tilda, Walter und er belagern den Gartenschuppen von Tildas Oma und erklären ihn kurzerhand zu ihrem  Erfinder-Hauptquartier. Und schon beginnt das Abenteuer der drei Erfinder. In diesem ersten Band entwickeln sie gemeinsam – einige witzigen Fehlschläge inbegriffen – den ersten Limonadensprudler der Welt.

An manchen Stellen hätte ich als Erwachsene mir gewünscht, dass die fantastischen Elemente sich klarer von realen abheben. Denn an bestimmten Stellen wird es durchaus auch mal gefährlich oder unangenehm für die Kids. Doch der Ton der Geschichte und die kreativen Wendungen machen immer wieder Lust auf das nächste Kapitel.

Ein tolles Highlight im Buch sind außerdem die Illustrationen von Daniela Kulot: Witzig, detailreich und stimmig machen sie aus der Geschichte ein gelungenes Ganzes.

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Lena Hach: Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler. Mixtvision 2017, 12,90 EUR
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag Mixtvision zur Verfügung gestellt.
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„Badetag für Hasenkind“ – Buchbesprechung

„Badetag für Hasenkind“

Petra stellt den Titel „Badetag für Hasenkind“ von Jörg Mühle, erschienen bei Moritz Verlag, vor:

Pappbilderbücher für die Jüngsten gibt es jede Menge. Doch ein besonders herausragendes ist „Badetag für Hasenkind“! Nicht nur, dass es an die Erlebniswelt von Kindern zwischen einem und zwei Jahren anknüpft – denn in diesem Alter ist das Baden ja wahrlich ein besonderes und spannendes Vergnügen. Es trifft den Nerv von Kleinkindern noch viel facettenreicher: Alle Seiten, auf denen es um Wasser geht, sind türkisblau. Die Seiten, auf denen die Geschichte dann im „Trockenen“ spielt, sind in einem warmen Gelb. Herrlich! Zudem besteht die Geschichte, die erzählt wird, pro Seite aus nicht mehr als drei Sätzen. Und trotzdem ist alles gesagt, was Kinder bei der entsprechenden Szene wissen müssen. Was noch heraussticht: Die Kinder werden auf jeder Seite mit einbezogen. Sie werden aufgefordert, nach dem Hasenkind zu rufen, dem Hasenkind die Augen zuzuhalten oder den Knopf des Föns zu drücken. Dadurch wird die Mini-Geschichte zum echten Mitmacherlebnis.

Die Illustrationen in dem Buch sind sparsam. Genau richtig also für die Allerjüngsten. Ich finde das Buch rundum gelungen. Eine echte Empfehlung für alle Eltern, Großeltern oder Erzieherinnen, die ein tolles Buch für Kleinkinder suchen!

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Jörg Mühle: Badetag für Hasenkind. Moritz Verlag 2017, 8,95 EUR
Das Rezensions-Exemplar stammt aus dem eigenen Fundus.
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Ein individuelles Bilderbuch lädt zum Erzählen ein

Ein Beitrag von Petra, der Lust aufs gemeinsame Basteln macht:

Bilderbücher begeistern schon die Jüngsten. Hier können sie erst Ente, Hund, Esel und Co. entdecken. Später finden sie in den Illustrationen zur Geschichte interessante Details und können anhand der Bilder die Geschichte leicht mitverfolgen und miterzählen. Wie spannend es aber ist, selbst Hauptperson einer Bilderbuchgeschichte zu sein! Das könnt Ihr ruckzuck verwirklichen. Sammelt Kinder- und Familienfotos, z. B. von einer Urlaubsreise oder einfach von alltäglichen Situationen. Klebt  jedes Foto auf einen festen Tonkarton – gerne in unterschiedlichsten Farben! Locht  die Blätter anschließend und verbindet die Seiten mit zwei Schlüsselringen. Fertig ist das ganz persönliche, individuelle Bilderbuch. Bestimmt fallen den Kindern und Euch Seite um Seite die spannendsten Geschichten ein, die Ihr Euch gemeinsam erzählen könnt.

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Vorlesen draußen: Ein Genuss für Augen und Seele

Zu dem Zeitpunkt, als dieser Blogeintrag entstand, sah es wettermäßig nicht gerade so aus, als wenn es Spaß machen könnte, draußen zu sein. Trotzdem: Auch der Herbst hat schließlich schöne Sonnentage, und außerdem gilt gerade mit Kindern: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung!“
Nun denn: Die Jacke zugezogen, den Schal um den Hals gewickelt und ab nach draußen, um einmal Petras Tipp auszuprobieren! Nur die Idee mit dem Freibad muss wohl noch ein wenig warten …

Wer sagt denn, dass Vorlesen immer im lauschigen Wohnzimmer auf der Couch oder im Ohrensessel stattfinden muss? Vorleseorte finden sich überall – drinnen wie draußen. Das Besondere an Draußen-Leseorten: Hier passt die Atmosphäre und das Licht. Denn Sonnenlicht ist beim konzentrierten Sehen für die Augen die beste Beleuchtung, mit der keine künstliche Innenbeleuchtung mithalten kann. Wie wäre es, wenn Ihr mit den Kindern die besten Vorleseorte passend zu den Lieblingsgeschichten sucht? Die Wichtelgeschichte wird kurzerhand auf einer Lichtung im Wald vorgelesen. Die Geschichte, bei der es um Wasser geht, passt wunderbar ins Freibad. Und für die Geschichte von Käfern und Schmetterlingen wird das Vorleselager auf der Wiese im Garten aufgeschlagen. So werden typische Geräusche draußen zur Hintergrundmusik der Geschichte.

Taucht gemeinsam ein!

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Mitgemacht statt stillgesessen

Ein Beitrag von Petra zum Thema „Nun bleib doch sitzen!“ beim Vorlesen und Geschichtenerzählen:

Einschlafgeschichten, Kuschelgeschichten oder einfach nur Geschichten für zwischendurch: Geschichten vorgelesen oder erzählt zu bekommen, ist ein wunderbares Ritual, das Kinder lieben. Ihr könnt bei Kindern kaum zu früh damit anfangen. Gut, die Allerjüngsten bis zwei Jahren sollten besser gemeinsam mit Euch in einfachen Bilderbüchern blättern und Dinge mit Eurer Hilfe benennen. Doch schon ab zwei Jahren kann Vorlesen eine wunderbare Intensivaktion sein.

Was Ihr hier beachten solltet: Besonders für Kleinkinder ist es wichtig, dass Vorlesen nicht langes Stillsitzen bedeutet. Stattdessen sollten Kinder beim Zuhören aktiv werden dürfen. Macht also am besten nach zwei Sätzen eine kleine Pause und bindet die Kinder mit ein. Fordert zum Mitmachen passend zur Geschichte auf, z. B.: „Kannst du auch winken, so wie der Zwerg?“, „Hüpf doch mal wie der Frosch aus der Geschichte!“ oder „Zeig mal, wie du mit dem Kopf wackeln kannst.“

So wird das Kind Mitakteur der Geschichte und Geschichtenlauschen und –erleben wird zum schönsten Ritual für alle!

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