Herumblättern erlaubt!

Kürzlich habe ich der kleinen Tochter einer Freundin vorgelesen. Mitten in der Geschichte hat sie plötzlich weitergeblättert. Weil ich die Geschichte nicht kannte, musste ich das Vorlesen unterbrechen. Das fand die Kleine kein bisschen schlimm. Denn ihr war im Moment wichtig, an den Bildern auf der nächsten Seite zu sehen, wie es gleich weitergeht. Ein paar Seiten weiter passierte das Gegenteil. Das Mädchen blätterte eine Seite zurück. Sie musste sich noch einmal ins Gedächtnis rufen, was auf den Bildern vorher zu sehen war.

Ich war absolut begeistert! Das Mädchen war nämlich keineswegs unaufmerksam, sondern genau das Gegenteil: Sie war mitten drin in der Geschichte, wollte aktiv Erzähltes verinnerlichen und sich auf Kommendes vorbereiten. Das Buch haben wir anschließend dann noch dreimal gelesen und am Ende nochmal durchgeblättert. So intensiv kann Vorlesen sein!

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Geschichten fördern mehr als „nur“ die Phantasie!

„Eltern, die vorlesen, leisten einen zentralen Beitrag zu einer ganzheitlichen Erziehung ihrer Kinder. Sie fördern kognitive, emotionale und soziale Kompetenzen. Damit tragen sie dazu bei, dass Kinder und Jugendliche sich zu vielseitig interessierten, aktiven und offenen Menschen entwickeln.“ – Das ist das Fazit der Vorlesestudie 2011 von „Stiftung Lesen“, dem ich mich nur anschließen kann.

Ich habe erlebt, dass Kinder, die mit Geschichten groß geworden sind, schneller eine Idee davon haben, wie sie mit anderen Kindern in Kontakt kommen können. Kinder können durch gute Geschichten Handlungsstrategien entwickeln, wie sie den nächsten Streit vielleicht besser lösen können.

Und Kinder tauchen in so unterschiedliche Welten beim Lauschen von Geschichten ein, dass sie dadurch erleben, wie bunt und vielfältig auch die reale Welt ist. Braucht Ihr noch mehr Argumente, warum Ihr – am besten jetzt gleich – eine Geschichte erzählen oder vorlesen sollt?

Wir wünschen höchst vergnügliche Lerneffekte!

Papas: ran ans Buch!

Vorlesen ist ziemlich häufig „Mama-Sache“: Eine Umfrage bei Statista zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Väter „keine Zeit zum Vorlesen“ hat…

Fragt man Papas, so werden meist die gleichen Gründe angegeben, warum sich Väter fürs Vorlesen nicht allzu sehr zuständig fühlen:

Sie haben aus Berufsgründen Zeitmangel, sie denken, dass die Kinder eh an die Mama als Vorleserin gewöhnt sind – und überhaupt: Ist das denn wirklich  so wichtig mit dem Vorlesen?

Wir finden finde das ziemlich schade, denn Vorlesen wirkt beziehungsstärkend! Gemeinsam in eine Geschichte eintauchen und in gemütlicher Umgebung das Gefühl von Geborgenheit vermitteln: Das ist ein megatolles Erlebnis für Kinder – und ihre Väter.

Ein Tipp für alle Papas, die nun überzeugt sind – oder es auch vorher schon waren: Guten Vorlesestoff findet Ihr hier auf dieser Seite unter der Rubrik „Empfehlungen“ oder „Unsere Bücher“. Viel Spaß beim gemeinsamen Erleben von Geschichten!

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Lesekompetenz schon bei Kleinkindern fördern?

Natürlich: Lesen lernen Kinder in der Schule. Aber Ihr könnt schon bei den Jüngsten den Grundstein legen, damit das Lesenlernen später leichter fällt. Denn etwas zu lernen fällt am leichtesten, wenn man davon wirklich begeistert ist. Und wenn man überzeugt davon ist, dass man das Wissen oder die Fertigkeit auch gut gebrauchen kann. Kinder, die von klein auf an Geschichten herangeführt werden, lassen sich von den gedruckten Buchstaben also schnell fesseln. Sie wollen später dann auch wissen, was dort steht, wollen Geschichten selbst entziffern können.

Hier also die drei wichtigsten Tipps, wie Ihr sozusagen den Kleinsten die spätere Freude am Lesen in die Wiege legen könnt:

  • Schafft beim Geschichtenerzählen und Vorlesen eine Kuschelatmosphäre

Ist es besonders gemütlich, wenn es um Geschichten geht, verbinden Kinder damit ein Wohlgefühl. Das hilft dabei, auch später das Lesen in der Kategorie „schön“ einzuordnen.

  • Gebt den Kindern Bücher zum Anfassen

Bücher müssen von Kinder „be-griffen“ werden dürfen. Das machen Kleinkinder mit allen Sinnen. Sie blättern nicht vorsichtig dünne Seiten um, sondern sie betasten, stecken in den Mund und horchen, was passiert, wenn ein Buch auch mal runterfällt. Das müssen Bücher für die Allerjüngsten aushalten! Also: Stabile Pappbücher besorgen, für Kinder erreichbar aufbewahren und sich mit Kindern an der Vielfältigkeit der Nutzung von Büchern freuen!

  • Zeigt Interesse an Geschichten

Wenn Kinder merken, dass ihr selbst Geschichten mögt, werden sie sich das als Vorbild nehmen. Kinder dürfen also ruhig miterleben, dass Mama und Papa auch gerne schmökern. Sie brauchen eure Aufmerksamkeit, wenn sie euch etwas erzählen wollen. Und sie wollen auch mal ihre Lieblingsgeschichte zum hundertsten Mal hören.

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„Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler“ – Buchbesprechung

Petra stellt den Titel „Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler“ von Lena Hach mit Illustrationen von Daniela Kulot, erschienen bei Mixtvision, vor:

Drei Kinder beschließen, ab jetzt Erfinder zu sein – mit Aussicht auf viel Geld, falls sie mit ihren Erfindungen dann mal den Nobelpreis abräumen werden.

Sympathisch, witzig und frech erzählt die Autorin Lena Hach die Geschichte von zwei Jungen und einem Mädchen aus der Perspektive von Fred. Seine Freunde Tilda, Walter und er belagern den Gartenschuppen von Tildas Oma und erklären ihn kurzerhand zu ihrem  Erfinder-Hauptquartier. Und schon beginnt das Abenteuer der drei Erfinder. In diesem ersten Band entwickeln sie gemeinsam – einige witzigen Fehlschläge inbegriffen – den ersten Limonadensprudler der Welt.

An manchen Stellen hätte ich als Erwachsene mir gewünscht, dass die fantastischen Elemente sich klarer von realen abheben. Denn an bestimmten Stellen wird es durchaus auch mal gefährlich oder unangenehm für die Kids. Doch der Ton der Geschichte und die kreativen Wendungen machen immer wieder Lust auf das nächste Kapitel.

Ein tolles Highlight im Buch sind außerdem die Illustrationen von Daniela Kulot: Witzig, detailreich und stimmig machen sie aus der Geschichte ein gelungenes Ganzes.

Bild © privat

Lena Hach: Der verrückte Erfinderschuppen: Der Limonadensprudler. Mixtvision 2017, 12,90 EUR
Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag Mixtvision zur Verfügung gestellt.
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Ein individuelles Bilderbuch lädt zum Erzählen ein

Ein Beitrag von Petra, der Lust aufs gemeinsame Basteln macht:

Bilderbücher begeistern schon die Jüngsten. Hier können sie erst Ente, Hund, Esel und Co. entdecken. Später finden sie in den Illustrationen zur Geschichte interessante Details und können anhand der Bilder die Geschichte leicht mitverfolgen und miterzählen. Wie spannend es aber ist, selbst Hauptperson einer Bilderbuchgeschichte zu sein! Das könnt Ihr ruckzuck verwirklichen. Sammelt Kinder- und Familienfotos, z. B. von einer Urlaubsreise oder einfach von alltäglichen Situationen. Klebt  jedes Foto auf einen festen Tonkarton – gerne in unterschiedlichsten Farben! Locht  die Blätter anschließend und verbindet die Seiten mit zwei Schlüsselringen. Fertig ist das ganz persönliche, individuelle Bilderbuch. Bestimmt fallen den Kindern und Euch Seite um Seite die spannendsten Geschichten ein, die Ihr Euch gemeinsam erzählen könnt.

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„Ein verrückter Sommer“ – Buchbesprechung

„Ein verrückter Sommer“

Petra stellt den Titel „Ein verrückter Sommer“ von Annette Weber, erschienen in der Reihe „Lass mal lesen!“ beim Verlag an der Ruhr, vor:

Wie schafft man es, Jugendlichen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, Lust auf ein Buch zu machen? Mit diesen Kurzgeschichten! Die Geschichten sind eigentlich als Schullektüre konzipiert, passen aber auch gut in jeden Bücherschrank von Jugendlichen zu Hause. Die Aufgaben zu den Geschichten können dann ja einfach überblättert werden 🙂

Wenn das Lesen nicht so leicht fällt, braucht es überschaubare, aber interessante und altersgerechte Texte. Der Autorin ist es gelungen, Geschichten zu erzählen, die die Jugendlichen „abholen“ und die eng an der Realität anknüpfen – ganz ohne erhobenem Zeigefinger. Am besten gefällt mir gleich die erste Geschichte, in der ein Junge echt keinen Bock auf Englisch hat und auch keine Ahnung, warum er überhaupt Vokabeln pauken soll. An einem Fahrkartenschalter am Bahnhof erlebt er dann, wie er seine Englischkenntnisse plötzlich gut gebrauchen kann. Und wie er am Ende richtig stolz auf sich sein kann.

Einziger Kritikpunkt: Der Titel verspricht Geschichten, die nach Urlaub und Sonne „schmecken“. Allerdings stehen die Themen Ferien und Urlaub nur bei einigen Geschichten im Vordergrund. Es ist also zwar ein Buch, in dem die Geschichten auf dem ersten Blick im Sommer spielen, die aber durchaus das gesamte Jahr über gelesen werden können. Aus meiner Sicht sehr empfehlenswert!

Annette Weber: Ein verrückter Sommer. Verlag an der Ruhr 2017, 6,99 EUR

Das Rezensions-Exemplar wurde freundlicherweise vom Verlag an der Ruhr zur Verfügung gestellt.

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Fotokalender war gestern: Einen Geschichtenkalender selbst gestalten

„Was schenken wir Oma und Opa, Tante und Onkel dieses Jahr zum Geburtstag, zu Weihnachten oder als Mitbringsel?“ Die originelle Lösung auf diese Frage kommt von Petra: Einen selbst gestalteten Geschichtenkalender!

Nehmt Euch mit den Kindern etwas Zeit und legt los. Gemeinsam erfindet Ihr eine lustige, spannende oder „so ähnlich erlebte“ Geschichte. Schreibt die Geschichte auf. Dann druckt Ihr dieses persönliche Gemeinschaftswerk so aus, dass Ihr zwölf Textblöcke ausschneiden und auf Kalenderblätter kleben könnt. Oma, Opa und Co. bekommen ihre Geschichte dann zum Monat-für- Monat-Weiterlesen. Natürlich können ganz Neugierige auch gleich durchblättern und lesen.

Selbstgemacht heißt hier nicht nur aufgeklebt, sondern auch von Anfang an selbst erfunden. Was für ein liebevolles Geschenk!

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Vorlesen draußen: Ein Genuss für Augen und Seele

Zu dem Zeitpunkt, als dieser Blogeintrag entstand, sah es wettermäßig nicht gerade so aus, als wenn es Spaß machen könnte, draußen zu sein. Trotzdem: Auch der Herbst hat schließlich schöne Sonnentage, und außerdem gilt gerade mit Kindern: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung!“
Nun denn: Die Jacke zugezogen, den Schal um den Hals gewickelt und ab nach draußen, um einmal Petras Tipp auszuprobieren! Nur die Idee mit dem Freibad muss wohl noch ein wenig warten …

Wer sagt denn, dass Vorlesen immer im lauschigen Wohnzimmer auf der Couch oder im Ohrensessel stattfinden muss? Vorleseorte finden sich überall – drinnen wie draußen. Das Besondere an Draußen-Leseorten: Hier passt die Atmosphäre und das Licht. Denn Sonnenlicht ist beim konzentrierten Sehen für die Augen die beste Beleuchtung, mit der keine künstliche Innenbeleuchtung mithalten kann. Wie wäre es, wenn Ihr mit den Kindern die besten Vorleseorte passend zu den Lieblingsgeschichten sucht? Die Wichtelgeschichte wird kurzerhand auf einer Lichtung im Wald vorgelesen. Die Geschichte, bei der es um Wasser geht, passt wunderbar ins Freibad. Und für die Geschichte von Käfern und Schmetterlingen wird das Vorleselager auf der Wiese im Garten aufgeschlagen. So werden typische Geräusche draußen zur Hintergrundmusik der Geschichte.

Taucht gemeinsam ein!

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Mitgemacht statt stillgesessen

Ein Beitrag von Petra zum Thema „Nun bleib doch sitzen!“ beim Vorlesen und Geschichtenerzählen:

Einschlafgeschichten, Kuschelgeschichten oder einfach nur Geschichten für zwischendurch: Geschichten vorgelesen oder erzählt zu bekommen, ist ein wunderbares Ritual, das Kinder lieben. Ihr könnt bei Kindern kaum zu früh damit anfangen. Gut, die Allerjüngsten bis zwei Jahren sollten besser gemeinsam mit Euch in einfachen Bilderbüchern blättern und Dinge mit Eurer Hilfe benennen. Doch schon ab zwei Jahren kann Vorlesen eine wunderbare Intensivaktion sein.

Was Ihr hier beachten solltet: Besonders für Kleinkinder ist es wichtig, dass Vorlesen nicht langes Stillsitzen bedeutet. Stattdessen sollten Kinder beim Zuhören aktiv werden dürfen. Macht also am besten nach zwei Sätzen eine kleine Pause und bindet die Kinder mit ein. Fordert zum Mitmachen passend zur Geschichte auf, z. B.: „Kannst du auch winken, so wie der Zwerg?“, „Hüpf doch mal wie der Frosch aus der Geschichte!“ oder „Zeig mal, wie du mit dem Kopf wackeln kannst.“

So wird das Kind Mitakteur der Geschichte und Geschichtenlauschen und –erleben wird zum schönsten Ritual für alle!

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