Ja, ist denn das normal?

Kürzlich habe ich das Gespräch eines Mannes und einer Frau in der U-Bahn mitverfolgt. Irgendwann fiel der Satz: „Es gibt immer mehr Alleinerziehenden-Familien, Multikulti-Familien und nur noch wenige normale Familien.“

Der Satz ließ mich wirklich zusammenzucken. Was ist denn eine normale Familie? Und ist eine Ein-Vater-Familie, eine Familie mit zwei Müttern oder eine Patchwork-Familie nicht normal? Was ist die Norm? Und wer legt sie fest?

Das Statistische Bundesamt hat in einer Erhebung kürzlich festgestellt, dass zwar Familien, die aus in einer Ehe lebenden Eltern mit Kindern besteht, noch am meisten repräsentiert sind. Gleichzeitig stieg in den letzten Jahrzehnten die Zahl vielfältiger Familienformen enorm an. Ich finde: Wichtig ist, dass Kinder einen Ort haben, an dem sie geborgen und sicher aufwachsen. An dem sie sich zurückziehen können. An dem Geschichten vorgelesen und gemeinsam gespielt wird. Das ist Familie. Das ist normal und wertvoll. Und wer dazugehört, ist keine fixe Größe. Punkt.

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